Welche unterschiedlichen Aktiengattungen gibt es?

Nachdem wir uns im letzen Artikel allgemein mit Aktien auseinandergesetzt haben, möchte ich dir im Folgenden ein paar Basisinformationen über die verschiedenen Aktiengattungen an die Hand geben.

Ganz grob kann eine Unterscheidung nach dem Stimmrecht, der Übertragbarkeit und dem Emissionszeitpunkt getroffen werden.

Stamm und Vorzugsaktien

Eine Stammaktie gibt dem Besitzer das Stimmrecht auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Jede Stammaktie wird mit einer Stimme gewertet. Die Besitzer von Vorzugsaktien ist dieses Privileg nicht inne. Dafür werden sie meist durch finanzielle Vorteile, wie einer höheren Dividende entlohnt. Diese Aktien sind besonders beliebt, da viele Aktionäre nur passiv an den Gewinnen und Kurssteigerungen des Unternehmens teilhaben wollen, ohne aktiv mitzuwirken. Insgesamt darf der Anteil an Vorzugsaktien eines Unternehmens nicht größer als 50% sein, damit das Mitspracherecht der Aktionäre sichergestellt ist. In manchen Fällen sind auch wandelbare Vorzugsaktien zu finden, die sich nach einer bestimmten Zeit in Stammaktien umwandeln. Bist du Inhaber einer kumulativen Vorzugsaktie erhälst du zudem das Recht auf einen Dividenenanspruch und kannst auch nach einem Verlustjahr für das Unternehmen deine Dividende einfordern.

Inhaber- und Namensaktien

Der elementare Unterschied zwischen Inhaber- und Namensaktien besteht in der Hinterlegung der personenbezogenen Daten. Während eine Inhaberaktie komplett anonym gekauft und auch verkauft werden kann, erfordert der Kauf einer Namensaktie einen Eintrag ins Aktienregister mit den persönlichen Daten des Käufers. Dadurch hat die Gesellschaft einen besseren Überblick über ihre Aktionäre, der Handel mit den Aktien ist allerdings wesentlich komplizierter, da es zum Verkauf einer Änderung im Aktienregister bedarf. Der Nachteil von Inhaberaktien besteht in erster Linie in der eingeschränkten Transparenz für das Unternehmen. Zudem können an einigen Handelsplätzen in der USA nur Namensaktien gehandelt werden. Für uns als Kleinanleger sind die Namensaktien allerdings von untergeordneter Bedeutung und kommen im Börsenalltag nur wenig vor.

Nennbetrags- und Stückaktien

Wie im ersten Artikel über Aktien schon beschrieben, wird zwischen den Nennbetrags- und den Stückaktien unterschieden. Eine Nennbetragsaktie verbrieft einen Anteil am Grundkapital eines Konzerns. Wenn unsere Beispielgesellschaft Kap also Grundkapital im Wert von 100.000€ auf fünf Inhaber verteilt und jedem Inhaber 2000 Aktien erhält, dann weisen die Aktien einen Nennwert von 10€ auf und jeder Inhaber hat Anteile von 20%. Bei einer Kapitalerhöhung dürften die neu emittierten Aktien diesen Nennwert nicht unterschreiten. Die Stückaktie hingegen ist nur durch einen klar definierten Anteil am Unternehmen definiert. Würde die Kap Gesellschaft jedem der fünf Inhaber eine Stückaktie geben, dann würde eine Aktie 20% der Anteile an der Gesellschaft verbriefen.

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