So findest du das passende Depot

Der erste Schritt damit du erfolgreich in Aktien, ETFs oder andere Finanzprodukte investieren kannst, ist das Eröffnen eines Depots. Doch welche Bank wählst du dafür aus? Welche Unterschiede gibt es in den Angeboten? Mit genau diesen Fragen möchte ich mich im Folgenden beschäftigen, damit auch du das passende Depot findest.

Das kannst du hier finden:

Wesentliche Unterschiede

Grundsätzlich sollte man die Depots von Filialbanken getrennt von den Online- Depots betrachten. Im Regelfall sind die Kosten der Filialbanken wesentlich höher und oft sind die Transaktionen bzw. die genutzte Handelssoftware wesentlich unflexibler.

Ein Depot bei einer Onlinebank ist zumeist kostenlos. Das trifft auch auf die meisten der von mir vorgestellten Banken zu. Eine Ausnahme bildet Flatex mit einer Gebühr von 0,1% auf das Depotvolumen.

Zur Unterscheidung können folgende Kriterien herangezogen werden:

 

  • Transaktionsgebühren
  • Mindestrate im Sparplan
  • Sparplanfähige ETFs
  • Kostenlos besparbare ETFs

 

 

Das passende Depot für ETFs

 

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Mindestsparrate

 

Die Mindestsparrate liegt im Regelfall bei 50 € pro Monat, allerdings haben Banken wie Trade Rebublic, ING und der Smartbroker inzwischen ihr Angebot angepasst und ermöglichen schon ab 10 €, 1€ bzw. 25 € pro Monat einen Sparplan. Die ING sticht an dieser Stelle deutlich hervor, da hier quasi jeder Betrag gewählt werden kann.

Anzahl der ETFs und Gebühren

Vergleich 11.2020 ETF

Die Anzahl der sparplanfähigen ETFs ist schon wesentlich unterschiedlicher. Die meisten ETFs können bei Scalable Capital mit 1343, gefolgt von Flatex mit 1085 ETFs bespart werden. Onvista bildet mit 153 sparplanfähigen ETFs das Schlusslicht.

Auch bei den kostenlos besparbaren ETFs liegt Scalable Capital vorne. Bei Trade Rebublic sind sogar alle verfügbaren ETFs kostenlos besparbar. Allerdings ist das Angebot dementsprechend kleiner. Onvista hingegeb bietet keine kostenlos besparbaren ETFs an und sammelt auch an dieser Stelle einen Minuspunkt.

Gebühren

                                 
                          Gebühren ETFs und Broker 11.2020

Ein Depot mit fester Gebühr zahlt sich vor allem bei größeren Sparplänen aus, da die Kosten nicht wie bei anderen Anbietern prozentual mit der Summe steigen. Letzteres ist bei der Consorsbank und der Comdirekt der Fall, mit jeweils Kosten von 1,5 % der Sparplansumme. Schon ab einem Sparplan von 200 € sind die Kosten der Consorsbank und Comdirekt (3,00 €) höher als Flatex (etwa 2,00 €) und Onvista (1,00 €). 

Der Smartbroker nimmt zwar auch prozentuale Gebühren, allerdings lediglich 0,2 %. Damit fallen auf eine Sparplanausführung von 500 € monatlich nur 1 € Kosten an. Für kleine Sparraten fallen allerdings mindestens 0,80 € Gebühr an. Für einen Sparplan mit nur 25 € ist der Smartbroker folglich nicht geeignet.

Trade Republic ist wie bereits angesprochen in jedem Fall kostenlos, da keine ETFs mit Gebühren angeboten werden. Selbiges gilt auch für Scalable Capital, wenn nur ein ETF bespart wird. Neben den kostenlos besparbaren ETF kann ein weiterer ETF aus dem Angebot kostenlos bespart werden. Für weitere ETFs fallen dann jedoch 0,99 € je Ausführung an.

Das passende Aktiendepot

Auch für die Wahl des richtigen Aktiendepots gibt es verschiedene Kriterien, an denen du dich orientieren kannst. Darunter fallen die anfallenden Depotführungsgebühren, die bei den online Brokern allerdings in den meisten Fällen nicht mehr vorhanden sind, dein durchschnittliches Depotvolumen und die Anzahl und Höhe deiner Ordern. Letzteres ist wichtig, da ein Broker auf jede Order eine Gebühr erhebt, die entweder pauschal, oder anteilig an der Orderhöhe berechnet wird (wie auch schon bei den ETFs).

 

Darüber hinaus solltest du dich über die Regelungen zur Dividendenausschüttung informieren. Bei einigen Brokern musst du auf Ausschüttungen aus dem Ausland hohe Gebühren bezahlen. Bevor du dein Depot eröffnest, solltest du zudem Informationen über die Sicherheit des online Brokers einholen, um eine mögliche Insolvenz zu vermeiden.

Angebote

Consorsbank

Als Beispiel möchte ich dir an dieser Stelle die Consorsbank vorstellen als eine der größten Direktbanken in Europa. Wie bei den meisten online Brokern fällt auch hier keine Depotführungsgebühr an. Auch das Verrechnungskonto ist gebührenfrei. Die Kosten für eine Order belaufen sich in den ersten 12 Monaten nach Vertragsabschluss auf 3,90€ pro Handel (im Tradgate). Nach diesem Zeitraum fällt eine Gebühr von mindestens 9,95€ an und kann sich höchstens auf 69,00€ steigern. An den US-Börsen sind es mindestens 24,95€. Die Preise ergeben sich aus 4,95€ Grundgebühr plus 0,25% der Ordersumme. Auf eine Order von 10.000€ fallen also 4,95€ +25€ = 29,49€ Gebühren an.

 

Das Angebot der Consorsbank ist sehr vielseitig. Neben den eingangs betrachteten ETFs können Aktien, Fonds, ETC und auch Edelmetalle wie Gold an 30 nationalen und internationalen Börsen gehandelt werden. Ein weiteres interessantes Angebot sind die sparplanfähigen Aktien. Über 300 Aktien können neben den ETFs-Sparplänen ebenfalls bespart werden.

 

Auch die App ermöglicht schnelles und übersichtliches Handeln und ist, wie auch der Web-Zugang klar und übersichtlich strukturiert. Bei Problemen und technischen Störungen ist der Kundenservice gut zu erreichen und konnte mir bisher bei allen Problemen helfen. Alle weiteren Informationen findest du hier!

 

Fazit

Deine Aufgabe ist es nun, ein Depot bei der Bank deiner Wahl zu eröffnen. Gerne kannst du auch erstmal mehr als ein Depot eröffnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welches Interface dir am meisten zusagt.

Empfehlen kann ich zurzeit Scalable Capital, wenn du dich nur auf ETFs fokkusieren möchtest. Trade Rebublic ist ebenfalls interessant, wenn du zusätzlich noch Aktien handeln möchtest.

Ich selbst nutze hauptsächlich mein Depot bei der Consorsbank, da diese Zugang zu vielen weiteren Handelsplätzen ermöglicht und auch ein eigenes Giro- und Tagesgeldkonto im Angebot hat.

Von einem Depot bei Flatex würde ich dir im Moment abrate. Die Kosten von 0,1 % sind meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß und fallen vor allem bei großen Depots auf den Geldbeutet. Darüber hinaus gibt es auf dem Verrechnungskonto Negativzinsen von – 0,5 % im Jahr. Negativzinsen gibt es allerdings auch bei Banken wie der ING und werden wohl in der Zukunft auch bei anderen Brokern eingeführt. 

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