Reich werden durch Dividenden?

Geld verdienen ohne zu arbeiten, wünschen wir uns das nicht alle? Den ganzen Tag auf der Couch sitzen und abends im Onlinebanking kontrollieren, wie viel Geld eingegangen ist. Du glaubst das ist nicht möglich? Ich überzeuge dich vom Gegenteil.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Dividende?

Wie du bereits weißt, erhälst du durch den Kauf einer Aktie Anteile an dem jeweiligen Unternehmen. Steigt der Wert des Unternehmens, so steigt auch der Wert deiner Aktie. Du verdienst also Geld nur durch das einfache Halten bzw. Nicht- Verkaufen deiner Anteile. Kann ein Unternehmen nun einen Gewinn verzeichnen, hat es die Möglichkeit diesen an seine Anteilhaber, die Aktionäre, in Form einer Dividende auszuschütten. Ausschütten bedeutet, dass du pro Aktie in deinem Depot einen bestimmten Geldbetrag ausgezahlt bekommst. Wie hoch dieser Anteil ist und ob überhaupt eine Dividende gezahlt wird, muss auf der Hauptversammlung des Unternehmens beschlossen werden. Eine Dividende ist also eine freiwillige Leistung eines Unternehmens seiner Aktionäre gegenüber, ohne eine Garantie.

Berechnung der Dividendenrendite

Die Berechnung der Dividendenrendite ergibt sich aus dem Quotienten von der Dividende durch den Aktienkurs multipliziert mit 100%. Bekommst du 4 Euro Dividende auf eine Aktie bei einem Aktienkurs von 200€, dann liegt die Rendite bei 2%.

Welche Vor- und Nachteile haben Dividenden?

Der größte Vorteile einer Dividende liegt klar auf der Hand: Du erhälst regelmäßig Geld, das du entweder für den Kauf neuer Aktien, oder ggf. im Alltag benutzen kannst. Durch die Erhöhung des Cashflow in deinem Depot, kannst du flexibler auf neue Marktbedingungen reagieren. Nachteilig ist, dass die Dividende mit 25% Kapitalsteuer versteuert wird, sofern du den Sparerpauschbetrag von 801€ im Jahr schon überschritten hast. Einnahmen durch den Verkauf von Aktien und erhaltende Dividenden unter 801€ werden nicht besteuert. Zudem neigen gerade deutsche Unternehmen dazu, nur ein mal im Jahr eine Dividende auszuschütten. Amerikanische Unternehmen hingegen zahlen oft quartalsweise oder in manchen Fällen auch monatlich, wodurch du die Dividende in kleinen, aber dafür wesentlich häufigeren Zahlungen erhälst. Ein Beispiel für eine vierteljährliche Dividende ist McDonalds. Der Fast-Food Riese erhöht seine Dividendenzahlungen kontinuierlich seit 1976. Wenn du also die Dividende mit einplanst, dann musst du die entsprechenden Aktien über einen längeren Zeitraum hinweg halten. Für kurzfristige Investitionen ist die Dividendenstrategie nicht geeignet. Allerdings sind Unternehmen, die in ihrem Wert zwar keine großen Sprünge mehr verzeichnen, aber über viele Jahre solide Zahlen aufweisen und regelmäßig Gewinne ausschütten oft die sichereren Anlagen. Dennoch besteht die Gefahr, dass du durch eine geringe Diversifizierung und „Stock- Picking“ das Risiko erhöhst, da du von Grund auf alle Unternehmen ausschließt, die keine Dividende zahlen.

Dividendenstrategie und Dividenden Aristokraten?

Möchtest du nun die Dividendenstrategie verfolgen, dann investierst du dein Geld in Unternehmen, die regelmäßig und bestenfalls ansteigende Dividenden auszahlen. Ein Beispiel für ein solches Unternehmen ist Coca-Cola, die ihre Dividende zum 57. mal angehoben haben. Die unten stehende Grafik zeigt die Höhe der Dividende zwischen 1980 und 2020.

Dividendensteigerungen Coca-Cola. Quelle

Unternehmen die über einen Zeitraum von 25 Jahren ihre Dividendenausschüttung regelmäßig erhöhten, werden als sog. „Dividenden Aristokraten“ bezeichnet. Bei diesen Unternehmen ist die Chance, dass eine Dividende ausbleibt wesentlich geringer, als bei Unternehmen, die zum ersten Mal oder nur unregelmäßig eine Dividende zahlen.

Je höher die Dividendenrendite, desto besser?

Das stimmt so nicht, denn die Dividendenrendite steigt auch, wenn der Wert der Aktie deutlich einbricht. Fällt eine Aktie mit einer Dividendenrendite von 3% und einem Wert von 100 Euro um die Hälfte ihres Wertes, dann macht die Dividende nicht mehr 3%, sondern 6% aus. Das klingt im ersten Moment vielleicht sehr attraktiv, kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass es dem Unternehmen wirtschaftlich sehr schlecht geht und in den nächsten Jahren weitere Kursabfälle auftreten und ggf. Dividenden gestrichen werden. An dieser Stelle solltest du das Unternehmen genau unter die Lupe nehmen, um das Risiko abschätzen zu können. Hier solltest du das Geschäftsmodell, die Verschuldung, das Eigenkapital, etc. betrachten. Handelt es sich nur um einen saisonalen Abfall oder liegt ein dauerhaftes Problem vor? Des Weiteren sollte jedem Anleger bewusst sein, dass die Dividende nicht aus dem nichts gezahlt wird. Wenn ein Unternehmen sich auf der Hauptversammlung für eine Auszahlung von 5€ pro Aktie festlegt, dann sinkt auch der Kurs meiner Aktie um diese 5€.

Dividende vs. keine Dividende

Im langfristigen Vergleich der Aktien ist bezüglich der Dividende ein klarer Trend zu erkennen. In der folgenden Grafik werden die Renditen von Aktien zwischen 1927 und 2014, aufgeteilt in vier Gruppen, miteinander verglichen. Zusammengefasst werden jeweils die oberen 30% der Dividendenzahler, die mittleren 40%, die unteren 30% und die Aktien, die keine Dividende ausschütten.

Quelle: The Compelling Case for Dividend
Stocks in 2015 and Beyond

Die 30% der größten Dividenden-Aktien konnten in der Zeit auch die höchste Rendite verzeichnen.

Gibt es auch Dividenden- ETFs?

Neben der Investition in Einzelaktien ist es auch hier wieder möglich mit einem ETF in viele dividendenstarke Unternehmen gleichzeitig zu investieren. Die Auswahl der ETFs ist recht begrenzt. Über JustETF kannst du dir einen Überblick verschaffen. In der hier angeführten Grafik werden ganz konkret die Kursentwicklungen des MSCI- World mit dem MSCI World High Dividend Yield Index verglichen. Im Zeitraum zwischen 2005 – 2020 verlaufen die Indizes im Großen und Ganzen parallel. Große Abweichungen sind hier also nicht festzustellen.

MSCI World High Dividend Yield Index (USD)

Wie hoch sollte die Ausschüttungaqoute sein?

Die Ausschüttungsquote gibt an, wie hoch der Anteil des Jahresüberschusses ist, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Genauer möchte ich Ausschüttungsquote in einem Artikel über Kennzahlen zur Aktienanalyse untersuchen. Doch gerade in der Dividendenstrategie ist diese Kennzahl elementar. Schüttet ein Unternehmen mehr als 100% seines Überschusses aus, werden die Aktionäre mit dem Eigenkapital der Firma bezahlt. In diesem Fall solltest du dir zweimal überlegen, ob du die Aktie wirklich kaufen solltest, da das Unternehmen offensichtlich an die eigene Substanz geht, um seine Aktionäre glücklich zu stimmen. Im ersten Moment hört sich das gar nicht so schlecht an. Zumindest für dich als Erhalter der Dividende. Dennoch muss das Unternehmen auch langfristig liquide sein, um wichtige Investitionen tätigen zu können. Manchmal ist es auch für den Aktionär sinnvoller, wenn die Dividende kleiner ausfällt, dafür aber Investitionen im Unternehmen getätigt werden können. Wie groß genau die Ausschüttungsquote sein sollte, kann nicht pauschalisiert werden. Grundsätzlich würde ich bei der Aktienwahl auf eine Quote nicht höher als 60-70% des Jahresüberschusses achten.

Fazit

Wir fassen also zusammen: Bei der Dividendenstrategie handelt es sich um das gezielte Kaufen von Aktien, die eine hohe Dividendenausschüttung aufweisen. Neben der Dividendenrendite spielen dabei Dividendenkontiunität Dividendenanhebung und die Ausschüttungsquote eine Rolle. Legst du Wert darauf, dass du regelmäßig Geld aus deinen Anlagen bekommst, ohne Aktien verkaufen zu müssen, da du vielleicht ab und an die Auszahlung für deine eigenen Ausgaben benötigst, dann macht es Sinn dieser Strategie nachzugehen. Bist du nicht auf das regelmäßige Geld angewiesen, lohnt sich für dich die breite Diversifikation wahrscheinlich mehr.

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