Mischfonds als sichere Alternative?

Fonds sind wohl das bekannteste Produkt, welches der Markt hinter der klassischen Aktie zu bieten hat. So heißt es doch: „Wenn du keine Ahnung vom Geschehen an der Börse hast, kauf doch lieber einen Fonds, der ist sicher und bringt viel Rendite“. Mit etwa 47% investierte 2018 fast jeder zweite Anleger in Deutschland sein Kapital in einen Mischfonds. In diesem Artikel möchte ich dem Mischfonds auf den Grund gehen und vor allem herausarbeiten, wie rentabel diese Option für dich sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Mischfonds überhaupt?

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Mischfonds um einen „Multi- Asset- Fonds“. Ein „Asset“ ist eine Anlageklasse, wie zum Beispiel Immobilien oder Anleihen. Folglich investiert ein Mischfonds nicht in eine spezifische Anlageklasse, sondern in viele verschiedene. Dabei können auch ganz spezielle Anlageklassen, wie Edelmetalle in der Mischung enthalten sein. Wie genau das Mischverhältnis aussieht, richtet sich dabei nach der Strategie, die der Fonds bzw. der Fondsmanager verfolgt.

Welche Modelle kannst du wählen?

Neben den flexiblen Mischfonds, in denen je nach Börsenlage „umgeschichtet“ werden kann, gibt es die starren Mischfonds, in denen die prozentuale Verteilung auf die verschiedenen Anlagen bereits vorher feststeht. Die starren Mischfonds können weiterhin in verschiedenen Risikoklassen gewählt werden:

  • Defensiv (max. 25% Aktien, min 75% Anleihen)
  • Ausgewogen (max. 50% Aktien, min. 50% Anleihen)
  • Offensiv (max. 75% Aktien, min. 25% Anleihen)

Sind in dem Fonds noch weitere Assets enthalten, dann wird die prozentuale Verteilung jeweils reduziert. Wie auch bei den ETFs, gibt es auch hier Branchen oder ortsgebundene Mischfonds. Diese investieren dann hauptsächlich in bestimmten Regionen oder bestimmte Branchen.

Sind in einem Fonds Assets, die nicht direkt in Geld umgewandelt werden können (illiquide), dann werden sie nach erreichen der Investitionssumme „geschlossen“. Anleger haben demnach erst mal keinen Zugriff mehr auf das eingezahlte Geld. Demgegenüber steht der „offene“ Mischfond, der an der Börse wie eine Aktie oder ein ETF permanent gehandelt werden kann.

Wie funktioniert ein Mischfonds?

Im Grunde basiert ein Mischfonds auf dem gleichen Grundprinzip wie ein normaler Investmentfonds. Viele Einzelpersonen legen ihr Geld gemeinsam an, welches dann von einem Fondsmanager investiert wird. Die Rendite der einzelnen Anlageklassen wird als eine Mischrendite zusammengefasst. Anleihen geben einen festen Coupon (regelmäßige, vorher festgelegte Ausschüttung) und Zinsen ab, Aktien wachsen und schütten Dividenden aus. Diese Rendite wird wieder reinvestiert, um den Zinseszinseffekt der Aktien auszunutzen.

In einem flexiblen Mischfonds versucht der Manager auf die Lage am Markt zu reagieren und schichtet die Anteile in Krisenzeiten eher in Anleihen um. Fallende Kurse bedeuten also eher einen sinkenden Anteil an Aktien. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die nun günstigen Preise und Chancen am Markt vertan werden, da immer mehr Kapital in die „sicheren“ Anleihen wandert.

Welche Vorteile hat ein Mischfonds gegenüber anderen Assets?

  • Bei einem Mischfonds handelt es sich um eine aktive Anlage. Die Zusammensetzung eines flexiblen Fonds wird also permanent durch einen Manager überprüft. In einer Krise kann dieser Manager reagieren und zuerst den Schaden vermindern und sich im Nachhinein die „Goldstücke“ aus dem Mist suchen. Es besteht also eine höhere Sicherheit, als in einem passiven Investment.
  • Darüber hinaus muss sich der „faule“ Investor, um nichts kümmern, da er einfach nur das Geld in den Fonds überweisen kann und kein eigenes Portfolio aufbauen muss, um seine Investitionen zu streuen. Er spart also viel Zeit.
  • Zudem ermöglicht die Wahlmöglichkeit des Risikolevels eine Anpassung an die Strategie des Investors.

Welche Nachteile hat ein Mischfonds gegenüber anderen Assets?

  • In festen Fonds können hohe Rentenanteile den Wachstum bremsen, wenn der Aktienmarkt wächst, bei fallenden Kursen erhöht ein hoher Aktienanteil den Verlust.
  • Als aktive Anlageform fallen große Kosten und Gebühren an, die den Gewinn deutlich verkleinern.
  • Umschichtungen durch den Manager erfolgen oft erst spät.
  • Die Performance ist meist schlechter als der Marktdurchschnitt.

Welche Kosten fallen an?

Die Kosten eines Mischfonds lassen sich in die Kategorien „einmalige Kosten“ und „regelmäßige Kosten unterteilen. Als einmalige Kosten fällt der Ausgabeaufschlag an. Dieser wird direkt beim Kauf abgezogen und liegt meist im Bereich um 5%. Zusätzlich fallen laufende Kosten wie Verwaltungs– und Performance- Gebühren an. Die Verwaltungsgebühren liegen durchschnittlich bei 2,26% jährlich und steigen mit dem Aktienanteil. Der TER- Wert gibt, wie schon bei den ETFs, die Gesamtkostenquote aller genannten Kostenstellen im Vergleich zum Fondsvolumen an.

Aktiv vs. passiv

Vergleich MSCI World (rot), DWS Vorsorge AS (blau), Flossbach (grün)

In dieser Grafik ist ein ETF auf den MSCI world (rot, WKN: LYX0AG) als passive Anlage im Vergleich zum Flossbach von Storch Mischfonds (grün, WKN: A0M430) und dem DWS Vorsoge Mischfonds (blau, WKN: 976988) dargestellt.

In einem ETF fallen keine Gebühren an. Das Anlagevolumen wird passiv investiert, mit dem Ziel einen bereits bestehenden Aktienindex, wie den Dax oder den MSCI world zu replizieren (mehr Infos zum Thema ETFs findest du hier).

Der Verlauf dieser drei Anlagen zeigt in den letzten 10 Jahren deutlich, wo die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Optionen liegen. Zwischen 2010 und Anfang 2020 hat der ETF das Rennen klar für sich entschieden. Mit einer Wertentwicklung von ca. 300% liegt er etwa 120% über dem DWS Mischfonds und 70% über dem Floss. v. Storch Mischfonds. Als dann die Kurse im Corona- Crash zusammenbrachen, fiel der ETF ohne Halt mit dem Markt nach unten. Sein Tief liegt dabei unwesentlich höher als das Tief des Floss. v. Storch Fonds. Beide Mischfonds fielen wesentlich weniger intensiv. In der Regenerationsphase, in der wir uns gerade befinden, konnte der ETF allerdings wieder wesentlich mehr Boden gut machen.

Fazit

Mischfonds bilden aus meiner Sicht eine gute und solide Grundlage für ein Portfolio. Die Renditen sind im Vergleich zu anderen Anlageklassen zwar niedriger, dennoch sollte das geringere Risiko nicht außer Acht gelassen werden. Nicht jede Position im Portfolio muss mit der höchst möglichsten Risikoklasse ausgezeichnet sein. Dein Portfolio sollte eine gute Mischung aus Aktien, Fonds und ETFs beinhalten. Setz nie alles auf ein Pferd und bringe genug Geduld mit, dann wird auch dein Depot wachsen. Im Anschluss möchte ich dir noch einen Mischfonds als Empfehlung vorstellen.

Adelca Invest GI Multi Asset Funds

10- Jahres Shart Quelle

Der Adelca Invest GI Multi Asset Funds (WKN: A0M6JK) kostet derzeit 348,06€, hat ein Fondsvolumen von 87 Mio. € und Kosten in Form von 5% Ausgabeaufschlag und 1% Gebühren. Die Investition erfolgt in „Wertpapiere ohne Restriktionen hinsichtlich regionaler Schwerpunkte. Hierunter fallen zum Beispiel Aktien, fest- oder variabel verzinsliche Wertpapiere, richtlinienkonforme Aktien-, Renten-, und Mischfonds sowie Zertifikate und Optionen“ (Quelle).

In den letzten drei Jahren liegt die Entwicklung bei +41,36%. In den letzten 5 Jahren bei +73,43% und in den letzten 10 Jahren bei +248,90%.

Dieser Fonds eignet sich als Basis für dein Portfolio und kann mit weiteren Positionen ergänzt werden.

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