Ist Danaher „besser“ als Berkshire Hathaway?

Ist Danaher „besser“ als Berkshire Hathaway? Zugegeben, diese Frage ist etwas provokant, dennoch handelt es sich in beiden Fällen, um große Konglumerate mit einer Vielzahl an Tochterunternehmen. Bevor ich einen Vergleich zwischen den beiden Unternehmen vornehme, möchte ich dir die Danaher Corporation erstmal näher vorstellen.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

WKNBörsenwertDiv. RenditeLandJahreshochJahrestief
86619796,6 Mrd. €0,4%USA155,88 €114,94 €
Danaher, Stand 28.05.2020
Danaher Corporation, Kursverlauf, Quelle Aktienfinder

Das Unternehmen

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei der Danaher Corporation um ein Konglomerat. Konglomerate sind Kombinationen aus mehreren Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die sich in eine Mutter- Tochtergesellschafts-Herachie gliedern. Danaher kauft also andere Unternehmen und intigriert diese in ihr System. Insgesamt wurden dabei inzwischen über 400 Unternehmen in das Firmengeflecht von Danaher aufgenommen. Die meisten dieser Unternehmen sind in der USA und in Europa angesiedelt. Gegründet wurde die Danaher Corporation im Jahre 1969 und hat ihren Hauptsitz in Washington D.C.. Derzeit beschäftigt der Konzern 71.000 Mitarbeiter und kann einen Umsatz von 19,89 Mrd. USD und eine Marktkapitalisierung von 96,6 Mrd. € vorweisen.

Unternehmensgeschichte

Steven und Mitchell Rales wuchsen als 2 von 4 Kindern von Norman und Ruth Wales, ein wohlhabenes Ehepaar aus Pittsburgh, auf. Nach dem Uniabschluss arbeiteten beide für einige Zeit im elterlichen Unternehmen, wollten jedoch schnell auf eigenen Beinen stehen. Gemeinsam gründeten sie die Equity Group Holdings LLC und kauften Unternehmen durch spekulative Zinsanleihen. Unter diesen Unternehmen befand sich auch die 1969 gegründete DMG Inc., eine wirtschaftlich wenig rentable Immobilienfirma. 1984 änderten sie dann den Namen in Danaher Corporation. Ziel sollte es sein, ein Unternehmen nach dem Kaizen-Prinzip aufzubauen, das im Zeichen der stetigen Verbesserung steht. So begannen die Brüder finanziell schwache Unternehmen zu kaufen und bauten diese nach ihrem Modell um, indem alle unproduktiven Teile der Firmen ausgegliedert wurden. Gewinnträchtige Unternehmen wurden allerdings immer wieder an die Börse gebracht und aus der Corporation ausgegliedert (Beispiel Fortive 2015).

Unternehmensstruktur

Die Umsätze von Danaher lassen sich in drei Sparten einteilen. 25% werden im Bereich Environmental and Applied Solutions, 37% in Diagnostics und 38% im Segment Life Science erwirtschaftet. Die erfolgsorientierte Strategie besteht darin, die gekauften Firmen von Grund auf in Richtung Effizienz und maximalem Gewinn zu optimieren. Die Zeit hält dazu fest: „Die traditionelle [deutsche] Konsenskultur in den Betrieben ist ihnen vollkommen egal“. Jeder Mitarbeiter von ganz unten bis nach ganz oben soll maximal effizient arbeiten. Traditionelle Werte werden dabei zur Kostenoptimierung außer Acht gelassen. Das meist komplizierte Management vieler Tochtergesellschaften wird dadurch behoben, das jeder neuen Tochtergesellschaft das Danaher Buisness System angeeignet wird.

Fundamentale Analyse

Kennzahlen 2005-2019 Danaher, Quelle

Die Danaher Corporation kann als Konglomerat aus meiner Sicht nicht wie eine einfache Unternehmensaktie bewertet werden. Das Firmensystem wird ständig durch neue Unternehmen erweitert, während andere Unternehmen ausgegliedert werden. Das zeigt sich vor allem in der Betrachtung des Umsatzwachstums. Zwischen 2011 und 2019 lag der durchschnittliche Umsatzwachstum bei 1,4 %, wobei immer wieder Schwankungen nach oben und nach unten zu beobachten sind. Die Kursgewinne der letzten 20 Jahre hingegen zeigen einen Anstieg von durchschnittlich 14 % im Jahr.

Eigenkapital

Danaher Eigenkapital, Quelle finanzen.net GmbH

Das Eigenkapital wurde in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut, in der Rendite fällt dies allerdings nicht auf, da im gleichen Zuge auch Fremdkapital hinzugekommen ist. Dennoch liegt der Durchschnitt aus den letzten 10 Jahren über 50% und damit durchaus im guten Bereich.

KGV und KUV

Das Kurs- Gewinn- Verhältnis stieg in den letzten Jahren immer weiter an und steht inzwischen bei 38,57. Auch Das Kurs- Umsatz- Verhältnis ist angestiegen. Beide liegen damit außerhalb meiner Grenzwerte. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es sich hier nicht um ein einzelnes Unternehmen, sondern ein Konglumerat handelt.

Verschuldung

Danaher, Kennzahlen, Quelle

Die Nettoverschuldung der letzten drei Jahre konnte von 9.892 Mio. USD auf 1.817 USD verringert werden. Damit sank auch der Verschuldungsgrad (Schulden/EBITDA) von 2,29x auf 0,41x. Danaher hatte in 2019 also „kaum“ Schulden. Für 2020 folgend wird die Verschuldung durch Corona allerdings wieder ansteigen.

Piotroski F-score

Der Piotroski F- score als gängiger Bewertungsmaßstab gibt für die Aktie nur 4/9 Punkten. Negativ wurde hier die Ansteigende Kapitalrendite, die Finanzverschuldung, die Preissetzungsmacht, die Produktivität und die sinkende Eigenkapitalquote angerechnet.

Piotroski F Score, Quelle

Dividenden

Danaher Dividenden, Quelle finanzen.net GmbH

Die Dividende ist zwar Vorhanden, mit derzeit 0,4% aber kein Renner und daher nicht tauglich als Dividendenaktie. Gezahlt wird die Dividende seit 1993, wurde über die Jahre allerdings immer mal wieder gekürzt, obwohl genug Geld zur Verfügung stand (siehe folgende Grafik). Für einige Käufer kann die magere Dividende ggf. durch den stetig steigenden Gewinne pro Aktie und die großen Kurszuwächse kompensiert werden.

Danaher, Dividende vs. Ausschüttungsquote, Quelle finanzen.net GmbH

Aussichten für Danaher

Vielleicht fragst du dich an dieser Stelle, was macht dieses Unternehmen denn jetzt überhaupt attraktiv? Und woher kommen die stetigen Umsatzrückgänge? Die Antwort auf diese Frage liegt in der Ausgliederung erfolgreicher Unternehmen. Dadurch, dass nicht alle Firmen unter dem Dach der Danaher Corporation bleiben und immer mal wieder einzelne Unternehmen an die Börse gebracht werden (Beispiel Envista 2019), fallen diese Zahlen bei Danaher zu Buche. Im gleichen Zuge kommen aber immer neue Unternehmen hinzu, die durch den Danaher- Vorstand integriert werden. So kann Danaher seinen Wachstum konsequent erhöhen.

Beispielsweise wurde vor Kurzem eine Einigung mit General Electricts über die Übernahme der Biopharma Sparte von 21,4 Mrd. USD erzielt. Diese soll komplett in das Danaher System integriert werden. Die Aussichten lassen also hoffen, dass es bei Danaher in den nächsten Jahren mit gleicher Energie und starkem Wachstum weitergeht.

Fazit

Danaher konnte durch das gewinnorientierte Firmensystem bisher einen gewaltigen Wachstum an der Börse aufweisen. Auch für die Zukunft sollte dem Gewinnwachstum nichts im Wege stehen. Die Firmenpolitik gerät in Deutschland allerdings immer mal wieder in Verruf, da das Unternehmen nicht im Sinne der kulturellen Werte Handelt. Als Rendite orientierter Investor lasse ich diesen Punkt für mich außer Acht. Einziger Kritikpunkt könnten die geringen und unsicheren Dividenden sein. Für einen Dividendeninvestor ist Danaher damit momentan noch uninteressant. Wird die Dividende auch in den nächsten Jahren gleichmäßig gesteigert, könnte das Unternehmen zukünftig auch in dieser Perspektive interessant werden.

Insgesamt handelt es sich bei Danaher aus meiner Sicht, um ein gutes Unternehmen für den Aktien-Sparplan, das über einen längeren Zeitraum bespart werden kann.

Vergleich Danaher mit Berkshire Hathaway

Blau Berkshire Hathaway, Rot Danaher, Quelle

Wie in der Grafik deutlich zu erkennen ist, konnte Danaher in den letzten Jahren deutlich mehr Kursgewinn verzeichnen, als Berkshire Hathaway. Berkshire Hathaway ist das weltbekannte Unternehmen von Warren Buffet und kauft ähnlich wie Danaher andere Unternehmen auf. Unter dem Strich wuchs Danaher jährlich durchschnittlich sogar 5% mehr als Berkshire Hathaway. Der Grund liegt vor allem in der enormen Größe von Berkshire Hathaway. In den letzten Jahren ging das Wachstum deutlich zurück und ist inzwischen kaum höher als das Wachstum des S&P500. Darüber hinaus ist die Firmenpolitik Buffets wesentlich defensiver. Während Danaher die Unternehmen quasi „ausschlachtet“, übernimmt Berkshire Hathaway größere Teile der Firmenstruktur ohne massive Eingriffe vorzunehmen.

Ein weiterer Aspekt ist die Dividende. Auch wenn die Dividende von Danaher sehr gering ausfällt, zahlt Berkshire Hathaway gar keine Dividende an seine Aktionäre.

Dieser Vergleich soll natürlich nicht bedeuten, dass es sich bei Berkshire Hathaway um eine schlechte Aktie handelt, dennoch konnte sich die aggressive Firmenpolitik Danahers in den letzten Jahren besser behaupten. Ob dies auch weiterhin so bleibt, ist abzuwarten.

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2 Kommentare zu „Ist Danaher „besser“ als Berkshire Hathaway?

  1. Hallo,
    eine sehr schöne und ausführliche Analyse – hat Spaß gemacht sie zu lesen. Ich habe Danaher schon lange auf dem Zettel, es handelt sich wirklich um eine tolles Unternehmen. Ich stimme dir auch zu, dass es sich bestens für einen Sparplan eignet.
    Liebe Grüße
    Antonia (aktienliebe.net)

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