Deine Finanzplanung

Dieser Beitrag bildet das erste Modul der „Börsenakademie“ und soll dazu dienen ein Fundament für die späteren Themen aufzubauen. Wenn du dich das erste Mal mit deinen Finanzen auseinandersetzt und noch keine Erfahrungen an der Börse gesammelt hast, möchte ich dich bitten die Module nacheinander durchzuarbeiten und das Gelernte gleich auszuprobieren, um es zu verinnerlichen. Die nachfolgenden Module werden in den nächsten Wochen nach und nach auf meinem Blog veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

Warum du keine Wahl hast

Wenn du diesen Beitrag liest, bist du offensichtlich schon so weit gekommen, dich mit der Frage nach einem langfristigen und nachhaltigem Vermögensaufbau auseinanderzusetzen. Dafür möchte ich dich direkt beglückwünschen! Du gehörst zu den wenigen Leuten, die ihren Schweinehund bereits überwunden haben und sich ernsthaft mit ihren Finanzen auseinandersetzen wollen.

Leider ist das Thema „Investieren“ in Deutschland sehr verkannt und wird von den meisten unter den Teppich gekehrt. Dabei bleiben uns in jungen Jahren kaum andere Möglichkeiten, um für das Alter vorzusorgen und Vermögen auszubauen. Die zu erwartende Rente ist erschreckend gering, die Zinsen rutschen ins Negative und selbst der Bausparvertrag gibt oft keinen lumpigen Prozent mehr.

Doch wie sollst du nun starten? Das Wort „Börse“ hinterlässt im ersten Moment wahrscheinlich einen faden Geschmack auf deiner Zunge und du erinnerst dich an all die Geschichten deiner Familie, wie sie bereits damals, zur Jahrtausendwende viel Geld verloren haben. Guckst du dann etwas genauer hin, prasselt ein schier undurchdringlicher Haufen an Informationen über dich hinein, der komplex und undurchsichtig wirkt und weder Anfang noch Ende zu haben scheint.

Darum möchte ich dich an die Hand nehmen und dich Schritt für Schritt durch die Grundlagen führen, sodass du dir deinen eigenen Eindruck von den Möglichkeiten an der Börse verschaffen kannst.

Ziel dieses Moduls

Ganz konkret wollen wir uns im ersten Modul gemeinsam deine Einnahmen und Ausgaben vornehmen und eine Grundlage für deine Finanzplanung schaffen. Dafür ist es wichtig, dass du einen guten Überblick erlangst, wo dein Geld überhaupt landet und wie viel davon überbleibt. Mit ein paar kleinen Tricks und Tipps sollte das für dich kein Problem darstellen.

Am Ende dieses Moduls wollen wir auf Basis dieser Informationen eine individuelle Sparquote für dich festlegen, die sich genau an deinen individuellen Voraussetzungen orientiert.

Die Planung

Für die Planung deiner Finanzen kannst du dich an dieser Excel-Tabelle orientieren, oder ein entsprechendes Tool benutzen. Wichtig ist nur, dass du irgendwo die angesprochen Punkte festhältst, sei es nun auf Papier, dem Computer oder deinem Handy.

Excel-Tabelle zur Finanzplanung

Vorab möchte ich noch mal klar stellen, dass ich dich an dieser Stelle nicht in einen frugalistischen Lebensstil drängen möchte. Ich halte es selber nicht für unbedingt notwendig, jeden Euro dreimal umzudrehen und zu hinterfragen. Ziel dieses Modules ist es, dir selbst ein realistisches Bild von deinen Finanzen zu machen, sodass wir einen Grundstein haben, auf dem wir zusammen deinen Vermögensaufbau beginnen können und der dir selbst als Orientierungsrahmen dienen soll.

Daher lohnt es sich auf jeden Fall, zu Beginn deine Ausgaben und Einnahmen über einige Wochen genau zu verfolgen. Sind erstmal die groben Eckdaten bekannt, ist es nicht mehr notwendig jeden Kostenpunkt genau zu verfolgen.

Einnahmen

Im ersten Schritt analysieren wir deine Einnahmen. Hast du ein festes Einkommen? Wenn ja dann notiere dein Nettoergebnis für jeden Monat in der betreffenden Zeile. Ist dein Einkommen variabel, zum Beispiel bei Provisionsbezahlung, dann nimm am besten dein durchschnittliches Gehalt und gleiche es ggf. in Monaten mit tendenziell schlechteren oder besseren Provisionen an.

Neben deinem Nettoeinkommen kannst du noch weitere variable Positionen ergänzen, sollten diese zustande kommen. Das können zum Beispiel Geschenke, Ebay- Verkäufe oder Rückzahlungen sein. Da es hier um keine festen Positionen handelt, solltest du sie für deine grundsätzliche Sparquote allerdings erstmal nicht mit einrechnen.

Fixkosten

Anschließend werfen wir einen Blick auf deine Ausgaben. An erster Stelle stehen die Fixkosten. Dazu gehören alle Kosten, die im Laufe eines Jahres anfallen und die bereits im Vorfeld feststehen. Also sowohl Miete, Nebenkosten + Strom, Internet, Handyvertrag, Versicherungen, Autoversicherungen und das Fitnessstudio.

Solltest du eine Immobilie besitzen, können natürlich auch Grundsteuer, Versicherungen und weitere Gebühren anfallen, die du in deiner Auflistung nicht vergessen darfst.

Trage diese unter dem Punkt „Ausgaben“ ein. Jährliche Beitrage teilst du dabei zum Rechnen auf die Monate auf, sodass sich die Summe verteilt.

Variable Kosten

Schwieriger wird es nun mit den variablen Kosten für deine Ernährung und spontane Käufe. Wenn du dir bisher noch keine genauen Gedanken über solche Kosten gemacht hast, lohnt sich ein Haushaltsbuch für den Einstieg. Liste hier deine Ausgaben über einen längeren Zeitraum in groben Kategorien auf. Das können zum Beispiel „Nahrung„, „Geschenke“ und „Kleidung“ sein, oder je nachdem welche Kosten sonst bei dir anfallen.

Natürlich ist das im ersten Moment ein wenig Arbeit und erfordert auch eine kleine Umstellung, allerdings musst du dieses Haushaltsbuch nicht für immer führen. Wenn du nach einigen Wochen einen Eindruck über deine Ausgaben gewinnen konntest, lege eine Pauschale für die einzelnen Kategorien in deinem Haushaltsbuch fest.

Starte dafür am besten mit einer größeren Pauschale, damit ggf. noch etwas Spielraum bleibt. Mit der Zeit kannst du die Summe immer weiter anpassen, damit sie weder zu groß noch zu klein ist. Wichtig: Orientiere dich an einem möglichst realistischem Wert und nicht an einem „Sollwert„, den du gerne erreichen möchtest, das macht es für den Start einfacher.

Haushaltsbuch: Papier, App oder Excel

Mit welcher Methode du dein Haushaltsbuch führen möchtest, ist abhängig von deinem Geschmack. Einige bevorzugen ein Buch in Papierform, andere das Handy und wiederum andere die Excel- Liste.

Wichtig ist nur, dass du einen möglichst vollständigen Eindruck deiner täglichen Ausgaben gewinnen kannst.

Kommst du nicht damit hinterher, immer gleich deine Ausgaben zu notieren, sammle deine Belege nach jedem Einkauf und erstelle dir eine Liste in deiner Notizen App. Dort kannst du jedes Mal, wenn du einen Kaffee trinken gehst, oder eben einen Abstecher in die Eisdiele gemacht hast, den bezahlten Betrag eintragen. Gegen Ende des Monats solltest du nun eine Abrechnung machen und alle Positionen gleichzeitig in deine Liste aufnehmen.

Andernfalls gibt es auch Apps wie „Bluecoins Finanzen & Haushalt „, in denen du deine Ausgaben sammeln und kategorisieren kannst.

Ich möchte nochmal hervorheben, dass hier noch nicht das Sparen im Vordergrund steht. Eine gute Kategorisierung zeigt dir aber die Stellschrauben, die du zum Sparen justieren kannst. Deine Pauschale sollte zwei Faktoren erfüllen. Einerseits musst du dich mit ihr wohlfühlen und andererseits musst du sie dir leisten können.

Du musst dir also keine Pauschale setzten, die dich automatisch zum Sparen zwingt, nur um am Ende des Monats 50€ weniger ausgegeben zu haben. Allerdings kann es manchmal hilfreich zu wissen sein, welches die größten Kostenpunkte in der monatlichen Abrechnung sind, um sie ggf. anzupassen, solltest du doch mal sparen wollen oder müssen.

Käufe und Urlaube

Das einzige, was deine Finanzen jetzt noch durcheinander bringen kann, sind natürlich größere Kosten für ein Shoppingwochenende oder den Jahresurlaub. Da es unser Ziel ist, eine möglichst genaue Sparquote für dich zu bestimmen, musst du auch hier eine Abschätzung treffen.

Wenn dein Urlaub schon weit im Voraus geplant ist, bestimme die monatliche Summe, die du für deinen Urlaub zurückhalten musst. Hast du noch nichts gebucht, möchtest aber auf jeden Fall in den Urlaub, dann musst du jetzt einen Anteil deines Gehaltes bestimmen, den du für diesen Zweck einsetzten möchtest.

Selbiges gilt auch für den Kauf von neuen Klamotten oder Anschaffungen. Als Richtlinie kannst du dich wieder an deinen bisherigen Ausgaben orientieren.

Notgroschen

Aber Vorsicht! Nicht jede Anschaffung kann geplant werden. Eine kaputte Waschmaschine taucht selten in einer Finanzplanung auf. Daher ist es wichtig, dass du dir entsprechend deiner persönlichen Situation einen Notgroschen aufbaust, bevor du an Geldanlagen denkst.

Natürlich ist das im ersten Moment ein wenig Arbeit und erfordert auch eine kleine Umstellung, allerdings musst du dieses Haushaltsbuch nicht für immer führen. Wenn du nach einigen Wochen einen Eindruck über deine Ausgaben gewinnen konntest, lege eine Pauschale für die einzelnen Kategorien in deinem Haushaltsbuch fest.

FinanzmanagerV8

Wenn du rückwirkend deine Finanzen analysieren möchtest, kann ich dir das kostenlose Programm FinanzmanagerV8 empfehlen. Hier hast du die Möglichkeit deine Kontoauszüge hochzuladen und die einzelnen Buchungen in Kategorien zusammenzufassen. Rückwirkend ist das natürlich sehr viel Arbeit, gibt dir allerdings einen ziemlich genauen Einblick in deine Einnahmen und Ausgaben.

Sind deine Kategorien aber erstmal erstellt und die Buchungen entsprechend abgespeichert, ist die Arbeit bei regelmäßiger Pflege überschaubar. Ich selbst nutze das Programm allerdings nicht mehr aktiv, da ich feste Pauschalen definiert habe. So lange diese nicht überschritten werden, ist auch nicht interessant wofür genau das Geld ausgegeben wurde.

Starmoney

Ein kostenpflichtiges Programm, welches ich selbst eine Zeit lang genutzt habe, ist Starmoney. Der große Unterschied zum Finanzmanager ist, dass die Buchungen auf dem Konto direkt im Programm synchronisiert werden und sich auch die Kategorien automatisch zuordnen, wenn sie einmal festgelegt wurden. Eine Abo- Version kostet ca. 5 € im Monat.

Wenn du deine Ausgaben also langfristig und extrem genau festhalten möchtest, solltest du dir das Programm genauer angucken.

Es handelt sich hier um keine Anlageberatung. Ich vermittle mein eigenes Wissen und meine eigenen Erfahrungen ohne Gewähr.

Zusammenfassung

Fassen wir abschließend noch einmal zusammen, was du aus diesem Artikel mitnehmen solltest.

Um deine Finanzplanung beginnen zu können, brauchst du einen guten Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben. Orientiere dich an den genannten Tipps und baue dir eine Struktur auf, die zu deinen individuellen Vorlieben und Gegebenheiten passt.

Nehme dir dafür das integrierte Excel- Tool zur Hand, oder nutze eins der vorgestellten Programme oder Apps. Dort kannst du deine Daten eintragen und sammeln. Für deine variablen Kosten musst du ggf. dein Kaufverhalten über einen entsprechend langen Zeitraum beobachten, um realistische Pauschalen zu ermitteln.

In der folgenden Checkliste sind noch einmal alle Schritte der Reihe nach aufgeführt. Hast du diese erfolgreich umgesetzt, kannst du dich dem nächsten Modul widmen und deine Kontenstruktur modifizieren.

Checkliste

  1. Medium zur Planung deiner Finanzen einrichten oder das vorgestellte Muster runterladen
  2. Einnahmen für die jeweiligen Monate eintragen
  3. Fixkosten ermitteln und in die passende Spalte eintragen
  4. Haushaltsbuch planen (App/Excel/Papier)
  5. Ausgaben über mehrere Wochen genau verfolgen und dokumentieren
  6. Pauschalen festlegen und ggf. mit der Zeit modifizieren
  7. Notgroschen aufbauen
  8. Sparquote festlegen

Ich bedanke mich an dieser Stelle für deine Aufmerksamkeit und hoffe, dass du aus diesem Modul etwas mitnehmen konntest. Haben dir die genannten Tipps gefallen? Dann lass es mich gerne in den Kommentaren wissen 🙂


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Disclaimer: Auf Finanzideen100 wird die eigene Meinung des Autoren geteilt. Es handelt sich weder um eine Kaufempfehlung der genannten Produkte, noch um eine Anlageberatung. Die Inhalte sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, erheben aber keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.


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