Aktiensparplan – Warum du (k)einen brauchst

Wie du in meinen letzten Depot-Updates schon mitverfolgen konntest, investiere ich monatlich per Aktiensparplan in verschiedene Unternehmen. Möchtest du wissen, warum ich an einem Sparplan festhalte und warum er vielleicht für dich keine Lösung sein kann, dann ist dieser Beitrag genau richtig für dich!

Inhaltsverzeichnis

Sparplan, was ist das überhaupt?

Bevor wir uns den Vor- und Nachteilen von Aktiensparplänen widmen, möchte ich noch einmal festhalten, was man überhaupt unter einem Aktiensparplan versteht. Wie du sicherlich weißt, geht es bei einem Sparplan darum, eine gewisse Menge Geld über einen längeren Zeitraum zu investieren. Standardmäßig hast du eine vorher bestimmte Sparquote, die für einen bestimmten Zweck genutzt werden kann.

Im herkömmlichen Sinn wandert dieses Geld auf ein Konto, wenn du auf etwas Konkretes sparst, das du dir kaufen möchtest oder in einen ETF- Sparplan, den inzwischen auch viele von euch nutzen.

Seit einigen Jahren ist es jetzt möglich, auch Aktien regelmäßig zu besparen. Das Prozedere läuft dabei genau wie mit jedem anderen Sparplan. Du legst eine bestimmte Summe fest und kaufst dann in periodischen Abständen Aktien bzw. Anteile an Aktien.

Der große Unterschied zu einem „normalen“ Aktienkauf besteht darin, dass du nicht an die Stückelung gebunden bist, die dir der Aktienpreis vorgibt, sondern immer nur genau den Anteil einer Aktie erwirbst, der deiner Anlagesumme entspricht.

Würdest du also einen Sparplan für 50 Euro einrichten, auf eine Aktie, die zur Ausführung der Transaktion 200 Euro/ Stück kostet, dann erwirbst du nur 0,25 Aktien. Im darauffolgenden Monat steigt der Wert vielleicht auf 220 Euro an und du erhälst für dasselbe Geld 0.23 Aktien (oder eben mehr Anteile, wenn der Kurs sinkt).

Warum du einen Sparplan einrichten solltest

Jetzt stellt sich für dich vielleicht die Frage: „Warum soll ich nicht gleich in die Aktie einsteigen, anstatt immer weider kleine Anteile zu kaufen?„. Wenn gerade alle Faktoren passen, du genug Geld auf dem Verrechnungskonto hast, die Aktie nach deiner Analyse vielversprechend wirkt und der Kurs stimmt, dann steht einem Einstieg natürlich nichts mehr im Wege. Allerdings ist das manchmal einfach nicht der Fall.

So kann es zum Beispiel sein, dass du ein vielversprechendes Unternehmen gefunden hast, das solide Zahlen liefert und auch eine sichere und solide Basis am Markt aufgebaut hat, aber auch durch einen entsprechend hohen Kurs glänzt.

Möchtest du nun langfristig einen Fuß in das Unternehmen bekommen, aber nicht auf den nächsten Kursrutscher warten, empfiehlt sich ein monatlicher Sparplan. So baust du deine Position Monat für Monat ein wenig weiter aus und erhälst eine stetig wachsende Position.

Sollte der Kurs nun gar nicht mehr fallen, hättest du nie eine Position der Aktie aufbauen können. Andernfalls kannst du einen Kursfall nun nutzen, um deine Sparquote ein wenig zu erhöhen und günstiger zu kaufen.

An der Börse heißt es: „Time in the market beats timing the market„. Denn den einen richtigen Moment wirst du in 99% der Fälle nicht finden. Eine große Position direkt zu kaufen geht also auch immer mit einem höheren Risiko einher, das du durch verteilte Käufe verkleinern kannst. Natürlich kannst du deine Position auch händisch in kleine Teile stückeln und zu günstigen Preisen nachkaufen.

Zudem profitierst du bei mehreren kleinen Käufen vom „Cost average effekt“, über den wir schon bei den ETF- Sparplänen gesprochen haben.

Ein weiterer Grund, der einen Sparplan sogar notwendig machen kann, ist das zur Verfügung stehende Kapital. Hast du nur wenig freies Kapital zur Investition an der Börse zur Verfügung und kannst jeden Monat ein paar hundert Euro sparen, dann kommst du einen Sparplan wahrscheinlich nicht aus dem Weg. Ansonsten fehlt dir das Kapital, um eine genügende Diversifikation aufrecht zu erhalten (Hier geht es zum Beitrag „Wie viel Diversifikation brauchst du?“).

Deine Möglichkeiten

Leider kannst du heutzutage noch nicht jede Aktie in einem Sparplan erwerben. Je nach Broker variiert die Anzahl an Sparplan- Aktien und auch die Preismodelle unterscheiden sich.

Gängig ist aktuell eine Mindestrate von 25 Euro je Rate bei einer beliebigen Laurate. Die periodische Ausführung erfolgt meistens einmal pro Monat, kann aber auch erhöht werden, sollen sich zum Beispiel verschiedene Sparpläne abwechseln.

Trade Republik bietet als erster Onlinebroker seit Kurzem sogar eine Mindestrate von 10 Euro an und verlangt keinerlei Gebühren für den Kauf . Du kannst also schon mit 10 Euro an der Börse starten und deinen Vermögensaufbau starten.

Damit wird dem Privatanleger die erste große „Hürde“ genommen, da nun wesentlich weniger Geld benötigt wird, um in den Aktienhandel einzusteigen.

Für den Kauf einer Einzelaktie würde ich andernfalls mindestens 1000 Euro je Unternehmen empfehlen.

Modelle

Wie du deine Sparpläne in deinem Depot gestaltest, kannst du individuell bestimmen und an deiner Strategie und deinem Kapital anpassen. Lege einen Betrag fest, den du für die Sparpläne aufwenden kannst und entscheide dich für die Anzahl der Aktien, die bespart werden sollen.

Natürlich solltest du nur Aktien auswählen, bei denen du auch langfristig von einem Wachstum ausgehst und die gutes Potenzial haben, ihre Position am Markt auszubauen.

Startest du ganz frisch an der Börse, ist zum Beispiel eine Aufteilung auf je 5-10 Aktien möglich, die du abwechselnd im Zweimonatsrhythmus besparst. Dazu werde ich demnächst mehr in der „Börsenakademie“ veröffentlichen.

Warum du keinen Sparplan einrichten solltest

Bis zu diesem Punkt haben wir uns lediglich auf die Vorteile von Aktiensparplänen konzentriert. Allerdings möchte ich jetzt nochmal einen Blick aus verschiedenen Situationen wagen, um zu einem möglichst objektiven Fazit zu gelangen.

Ich selbst bin aktiver Trader und Investor an der Börse und handle daher mit verschiedenen Wertpapieren zur gleichen Zeit (wie du meinem Portfolio und meinen Updates entnehmen kannst).

Für mich ist ein Sparplan eine Ergänzung zu meinen sonstigen Aktivitäten und bildet damit nur eine von vielen Facetten, über die ich mein Geld anlege.

Solltest du neu an der Börse sein und noch wenig Erfahrungen mit Aktien gesammelt haben, gibt es einen großen Knackpunkt: Woher sollst du wissen, welche Aktie du besparen sollst?

Wenn du nicht die Fähigkeiten und die Erfahrung mitbringen kannst, um eine Aktie zu bewerten, kannst du auch nicht entscheiden, welche Aktie für einen Sparplan geeignet ist. Um dein Risiko zu minimieren, müsstest du also zu einem Aktienfonds greifen, der eine Vielzahl von Aktien kombiniert.

Hier gibt es allerdings laufende Kosten und zum Teil einen unangenehmen Ausgabeaufschlag, wobei wir wieder zum Thema ETF kommen. Egal wie man es dreht und wendet, einem Anfänger ohne Erfahrung am Markt, kann ich keinen „Kaltstart“ an der Börse empfehlen.

Darüber hinaus sind Sparpläne zwar flexibel in ihrer Sparrate und können jeden Monat aufs Neue geändert oder pausiert werden, bieten aber keine Flexibilität des Kaufzeitpunktes. Während du normalerweise mit einem Limit kaufst, wird dein Sparplan ausgeführt, egal wo der Kurs gerade steht.

Aus diesem Grund eignet sich ein Sparplan auch mehr für die „buy and hold“ Strategie und nicht für einen Trader, der seine Aktien regelmäßig auswechselt.

Fazit

Aktiensparpläne können eine gute Ergänzung für dein Portfolio darstellen, wenn du dein monatlich gespartes Geld direkt an der Börse investieren möchtest. Die geringe Mindestrate ermöglicht dir eine einfache Aufteilung auf verschiedene Aktien und nimmt dir die Hürde der „großen Investitionen“.

Bist du mit dem Markt vertraut und möchtest einen Fuß in eine Aktie bekommen, die zurzeit attraktiv, aber nicht unterbewertet aussieht, dann solltest du dich mit dem Konzept näher auseinandersetzen.

Hast du nicht die Erfahrung oder das Wissen, um eine Aktie bewerten zu können, dann kannst du mit einer Diversifikation auf verschiedene Aktiensparpläne zwar dein Risiko senken, weißt aber immer noch nicht welche Aktie du überhaupt besparen solltest.

Für einen Einstieg an der Börse möchte ich daher nach wie vor einen ETF-Sparplan empfehlen.

Hat dir der Beitrag gefallen? Dann lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Für weitere Fragen rund um das Thema Aktien, ETFs und Börse stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!

Im nächsten Beitrag werde ich dir einen konkreten Überblick über die Unternehmen geben, die ich momentan im Sparplan habe.

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*Quelle 1

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