Meine Sparpläne #September.2020

Nachdem wir uns im letzten Beitrag damit beschäftigt haben, warum du (k)einen Aktiensparplan anlegen solltest, möchte ich dir heute einen Überblick über die Unternehmen geben, die ich derzeit im Sparplan habe.

Vorher möchte ich allerdings nochmal einen Punkt klarstellen. Natürlich steht es dir offen, meine Transaktionen nachzuhandeln und auch die von mir gewählten Unternehmen zu besparen. Ich möchte dich aber bitten, niemals eine Aktie zu kaufen, nur weil jemand anderes die Aktie kauft. Nutze deinen Verstand, informiere dich über das Unternehmen und hinterfrage die Argumente, die andere zum Kauf animieren.

Da ich die Folgenden Unternehmen selbst bespare und mir bereits eine Meinung gebildet habe, werde ich natürlich nur schwer eine wirklich objektive Sicht einnehmen können. Schließlich muss ich von einem langfristigen Wachstum ausgehen, sonst hätte ich die Aktien nicht in den Sparplan genommen.

Inhaltsverzeichnis

Transaktionsort und Verteilung

Meine Sparpläne werden einmal im Monat zum jeweils ersten Handelstag ausgeführt. Insgesamt bespare ich sieben Aktien mit je 50 Euro im Monat und komme so auf 350 Euro. Weitere 450 Euro wandern in verschiedene ETFs, um die es heute nicht gehen soll.

Da ich hauptsächlich bei der Consorsbank handle, habe ich dort auch meine Sparpläne laufen. Grundsätzlich hat die Consorsbank im Vergleich zu anderen Brokern recht viele sparplanfähige Aktien im Angebot. Allerdings kannst du deinen Sparplan erst ab 25 Euro starten. Trade Rebulic bietet dir inzwischen sogar die Möglichkeit mit 10 Euro zu starten und nimmt keine Gebühren für die Transaktion.

Im Folgenden findest du eine Aufstellung der verschiedenen Unternehmen mit ein paar Kerndaten und Hintergründen. Auf eine vollständige Analyse möchte ich an dieser Stelle allerdings verzichten, da es bereits zu jeder Aktie eine Vielzahl an Analysen gibt.

Infineon (WKN: 623100)

Branche: Halbleiter

Marktkapitalisierung: 31,11 Mrd. Euro

Gründung: 1999

Sitz: Neubiberg, Deutschland

Geschäftsbereich: größter Halbleiterproduzent in Deutschland

Grund für den Sparplan: Infineon weist kein großes, aber ein relativ gleichmäßiges Wachstum auf. Der Gewinn konnte in den vergangenen sieben Jahren immer wieder ausgebaut werden. Gleichzeitig wird eine Dividende zwischen 1,18% und 2,20% gezahlt. Die Unternehmensverschuldung ist hingegen sehr moderat, was für mich gerade in Corona- Zeiten eine wichtige Kenngröße ist.

Grundsätzlich ist die Aktie im Moment recht hoch bewertet. Der KGV ist nicht untypisch hoch für die Branche, aber auf keinen Fall günstig. Da die Hableiterindustrie auch in Zukunft eine wichtige Position einnehmen wird und sich auch weiterhin in einem Wachstumsmarkt befindet, halte ich Infineon für eine spannende und langfristige Investition.

Die Billanzzahlen zu dem Unternehmen findest du hier.

Rational (WKN: 701080)

Branche: Hersteller von Groß- und Industrieküchengeräten zur thermischen Speisenzubereitung (Industrie)

Gründung: 1973

Marktkapitalisierung: 6,93 Mrd. Euro

Sitz: Landsberg am Lech, Deutschland

Geschäftsbereiche: Combi-Dämpfer und VarioCookingCenter mit weltweiter Vermarktung und Servicverträgen

Grund für den Sparplan: In der Vergangenheit konnte die Rational AG mit einer enormen Kursteigerung von durchschnittlich 16,15% im Jahr glänzen und hat sich daher in der Vergangenheit alle 4-5 Jahre verdoppelt.

Durch ihre innovativen Produkte konnte das Unternehmen den Markt dominieren und verkauft an Kunden auf dem gesamten Globus. Neben dem Produkten ist Rational auch im Service-Bereich tätig und betreut ihre Kunden langfristig.

Trotz der guten Zahlen ist die Aktie im Moment sehr teuer. Der Weg ist dementsprechend sehr weit nach unten. Da ich von dem Unternehmen grundsätzlich überzeugt bin und auch an langfristigen Erfolg glaube, habe ich die Aktie im Sparplan. Ein erneuter Kursrücksetzer ist nicht auszuschließen.

Die Bilanzzahlen zu dem Unternehmen findest du hier.

Eine ausführliche Analyse kann ich dir von den jungen Investoren empfehlen. Für mehr Informationen klicke hier.

Qualcomm (WKN: 883121)

Branche: IT- Hardware, Halbleiter

Dividendenrendite: 3.2%

Marktkapitalisierung: 83,1 Mrd. Euro

Gründung: 1985

Sitz: San Diego, Kalifornien

Geschäftsbereiche: Führendes Unternehmen in der Halbleiterindustrie und starke Position für Mobilfunkprozessoren. Drei wesentliche Geschäftseinheiten: QTC Segment – Entwicklung von Chips für Drahtlosprodukte, QTL Segment – Lizenzgeschäfte, QSI Segment – verschiedene Investitionsvehikel.

Grund für den Sparplan: Grundsätzlich erreicht Qualcomm in meinen Augen eher den Status einer Dividendenaktie, als einer Wachstumsaktie. Das Unternehmen kann mit einem gleichmäßigen Wachstum und einer stabilen Dividendenrendite punkten.

Für mich steht an erster Stelle der neue 5G Markt im Mittelpunkt. Wie schon im 4G Markt ist eine starke Position von Qualcomm zu erwarten, besonders nachdem sich die größten Konkurrenten zurückgezogen haben. Damit ist auch eine weitere Kurssteigerung zu erwarten.

Darüber hinaus war eine Übernahme durch Broadcom geplant, die an regulatorischen Hürden scheiterte. Weitere Übernahmeversuche sind nicht ausgeschlossen.

Auf Aktienfinder wurde eine sehr ausführliche Analyse von Qualcomm veröffentlicht. Für weitere Informationen hier klicken.

SAP (WKN: 716460)

Branche: Software

Dividendenrendite: 1,21%

Marktkapitalisierung: 161 Mrd. Euro

Gründung: 1972

Sitz: Walldorf, Deutschland

Geschäftsbereiche: Entwicklung von Software zur Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmens

Grund für den Sparplan: Nach Umsatz ist SAP das weltweit drittgrößte Software- unternehmen sowie die wertvollste europäische Marke. Die Dividende ist stabil und wächst in den letzten Jahren gleichmäßig mit dem Umsatz. Für mich war die Regression im Kurs zu Beginn der Corona- Krise der passende Moment, um einen Sparplan zu starten.

Langfristig wird der Kurs keine großen Sprünge mehr machen, allerdings ist ein langfristiges stetiges Wachstum zu erwarten. Daher empfiehlt sich ein Einstieg vor allem für langfristige Investoren und weniger für Trader.

Mein Ziel ist es daher, über die nächsten Jahre eine stetig wachsende Position aufzubauen.

Siemens Healthineers (WKN: SHL100)

Von Siemens Healthineers gibt es leider keinen interaktiven Chart

Siemens Healthineers, Stand 21.09.2020, Quelle Finanzen.net

Branche: Medizintechnik

Marktkapitalisierung: 41 Mrd. Euro

Gründung: 2017

Sitz: Erlangen, Deutschland

Geschäftsbereiche: Point of Care Diagnostics, Laboratory Diagnostics, Diagnostic Imaging, Ultrasound, Advanced Therapy, Services

Grund für den Sparplan: Die Siemens Healthineers AG gehört als Konzern zu den weltweit größten Anbietern im Gesundheitswesen und ist Weltmarktführer im Bereich der bildgebenden Diagnostik mit etwa 33 Prozent.

Nach der Installation der Geräte bedarf es einer regelmäßigen Wartung durch das Unternehmen, die ihm Rahmen eines Service- Vertrags festgehalten werden. Dadurch kann SH nicht nur durch den Verkauf, sondern langfristig von der Instandhaltung der eigenen Geräte profitieren.

Der demographische Wandel und die Entwicklung in den Schwellenländern lässt die Nachfrage nach medizinischen Geräten immer weiter steigen, wodurch das Unternehmen in der Zukunft weiterhin großes Wachstumspotential besitzt.

Da der IPO noch nicht lange zurückliegt, bin ich mit dem Einstieg noch vorsichtig und setze auf ein langfristiges Wachstum.

Stryker Corporation (WKN: 864952)

Branche: Medizintechnik

Marktkapitalisierung: 65,39 Mrd. Euro

Gründung: 1946

Sitz: Kalamazoo, Michigan, Vereinigte Staaten

Geschäftsbereiche: Entwicklung orthopädischer und chirurgischer Implantate und Produkte zum Krankentransport

Grund für den Sparplan: Stryker zeigt in den letzten Jahren ein relativ gleichmäßiges Kurswachstum von durchschnittlich 18% in den letzten 5 Jahren (Stand 21.09.2020). Das Geschäftsmodell ist für die Zukunft vielversprechend und das Unternehmen bewegt sich auf einem Wachstumsmarkt.

Allerdings halte ich das Unternehmen derzeit nicht für unterbewertet. Zu Beginn der Corona- Krise wurde das Unternehmen wesentlich härter abgestraft, als nötig gewesen wäre. Da ich diesen Einstieg verpasst habe, bespare ich das Unternehmen über einen längeren Zeitraum. Für einen günstigeren Kurs würde ich nochmal eine größere Position aufbauen.

Als negativen Punkt fasse ich für mich die Verteilung von Fremd- und Eigenkapital auf. Die Eigenkapitalquote wurde in den letzten Jahren immer wieder zu Gunsten des Fremdkapitals erniedrigt. Damit steigt natürlich auch das Risiko für das Unternehmen in einer erneuten Krise.

Teladoc (WKN: A14VPK)

Branche: Medizin, Telemedizin

Marktkapitalisierung 14,08 Mrd. Euro

Gründung: 2002

Sitz: Purchase, New York

Geschäftsbereich: virtueller Gesundheitsdienst

Grund für den Sparplan: Teladoc bietet Kunden die Möglichkeit, digital mit dem Arzt zu kommunizieren. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen einen starken Wachstum aufweisen und weist demnach derzeit eine recht hohe Bewertung auf.

Doch ist auch in den nächsten Jahren Wachstum zu erwarten? Gerade durch die Corona- Krise bedarf es einer schnelleren und digitalen Lösung zur Kommunikation mit dem Arzt. Allerdings gibt es in vielen Ländern, vor allem in Deutschland, noch einige Hürden, die genommen werden müssen, damit so ein Prozess reibungslos funktionieren kann.

Für mich ist der Ausbau der Telemedizin in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich, da sie eine virusfreie und schnelle Diagnose ermöglicht, ohne dass ein Patient seinen Wohnraum verlassen muss.

Neben dem starken Wachstum ist die Rentabilität des Unternehmens noch nicht ausreichend und die erwarteten Gewinne wurden in den letzten Monaten immer wieder verringert. Diese eher undurchsichtige Situation kombiniert mit den langfristigen Möglichkeiten, hat mich dazu bewogen Teladoc ganz frisch in den Sparplan zu nehmen.

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