Kontenstruktur

Nachdem wir im ersten Modul deine Einnahmen und Ausgaben analysiert haben, soll heute deine Kontenstruktur im Mittelpunkt stehen. Im Internet kursieren die verschiedensten Modelle, die alle den Anspruch stellen, die am besten geeignete Methode für den Vermögensaufbau zu sein. Ich möchte mich im Folgenden allerdings nicht auf das Vier-, Fünf– oder Sechs– Kontenmodell beziehen, sondern dir das nötige Werkzeug an die Hand geben, damit du für dich selbst die beste Methode finden kannst.

Inhaltsverzeichnis

Ziel des Moduls

Im ersten Modul hast du deine Einnahmen und Ausgaben analysiert und Pauschalen für deine Ausgaben festgelegt. Auf Grundlage dieser Pauschalen werden wir nun eine Kontenstruktur ausarbeiten, die deine Finanzen weiter ordnen soll.

Warum brauchst du mehrere Konten?

Hattest du bisher nur ein Konto und fragst dich an dieser Stelle, warum du überhaupt ein zweites oder sogar ein drittes brauchst? Die Antwort ist ganz einfach: Damit du den Überblick behältst, dein Geld nicht einfach plötzlich ausgegeben wird und um maximale Transparenz für dich selbst zu ermöglichen. Gehen deine Ausgaben von dem gleichen Konto ab, auf das auch deine Einnahmen kommen, läufst du Gefahr dein Geld auszugeben, ohne dir Gedanken darüber zu machen.

Diese Konten brauchst du:

Einnahmenkonto

Die Anzahl deiner Konten ist hauptsächlich abhängig von deinen persönlichen Voraussetzungen. An erster Stelle bedarf es eines Kontos für deine beruflichen Einnahmen. Für ggf. gewerbliche Einnahmen ist ein weiteres Konto erforderlich, um die geschäftlichen und die privaten Einnahmen getrennt zu halten. Eine Vermischung ist vor allem für die Steuer sehr undurchsichtig. Zudem kann das Finanzamt dein Geschäftskonto einsehen.

Solltest du weitere Einnahmenequellen haben, kann eine direkte Trennung von deinen beruflichen Einnahmen mit einem weiteren Konto nützlich sein. Bist du von deiner zweiten Einnahmequelle finanziell abhängig, brauchst du natürlich kein weiteres Konto. In diesem Fall sollten deine Einnahmen zentral auf einem Konto gesammelt werden.

Fixkostenkonto

Bei deinen Ausgaben haben wir folgende Überkategorien festgelegt: Fixkosten, variable Kosten, Urlaub, Sparen und Notgroschen. Für jeden dieser Punkte kann es ein oder mehrere Konten benötigen. Für deine Fixkosten benötigst du ein Girokonto, da hier nicht nur Geld eingezahlt wird, sondern auch Zahlungen ablaufen. Von deinem Einnahmenkonto sollte nun monatlich der bekannte Betrag deiner Fixkosten auf das entsprechende Konto überwiesen werden.

Konten für variable Kosten

Deine variablen Ausgaben können verschiedene Konten erforderlich machen. Grundlegend bedarf es ein Konto für deine täglichen Ausgaben, wie Nahrung und Haushaltsbedarf und ein Konto für Luxusausgaben, wie Urlaub oder ggf. Kleidung/Neuanschaffungen. Letzteres kann in verschiedene Unterkonten aufgeteilt werden. Über mehrere Tagesgeldkonten kann für jedes Sparziel ein eigenes Konto eingerichtet werden, auf dem das entsprechende Geld gesammelt wird.

Beispielsweise ein Konto für das Urlaubsgeld, eins für eine bestimmte Anschaffung und ein weiteres für den Semesterbeitrag, solltest du Student sein (ggf. weitere Sparkonten für andere jährliche Zahlungen, die monatlich bedacht werden sollen).

Notgroschenkonto

Zudem bedarf es noch ein Konto für deinen Notgroschen, auf dem du deine individuell festgelegte Summe für den Notfall sammelst. Auch hier reicht ein einfaches Tagesgeldkonto, von dem aus keine Transaktionen geführt werden können, da das Geld nur im Notfall gebraucht wird.

Welche Summe für dich angemessen ist, hast du bereits im ersten Modul gelernt.

Börsenkonto

In deiner Finanzplanung hast du eine individuelle Sparquote herausgearbeitet. Dieses Geld kannst du am Anfang des Monats auf dein Verrechnungskonto für dein Depot überweisen. Es ist wichtig am Monatsanfang und nicht am Ende zu sparen. So kommst du nicht in die Versuchung dein Geld auszugeben, da es direkt investiert wurde.

Mithilfe deiner Finanzplanung sollte es dir nicht schwerfallen, deine Summe so zu wählen, dass du gut über den Monat kommst. Wenn deine Pauschalen nicht ausreichend gewählt waren, musst du diese für den nächsten Monat anpassen. Wie schon oft erwähnt, soll es hier nicht um eine maximale Ersparnis an jeder Kostenstelle gehen, sondern um einen langfristigen Vermögensaufbau. Du musst mit deinen Sparquoten also nicht nur wenige Monate, sondern am besten einige Jahre zurechtkommen. Also vergiss nebenbei nicht ein wenig Geld für Spaß und Unterhaltung auszugeben.

Wo und wie du ein Depot eröffnest, über das du an der Börse investieren kannst, erfährst du in einem der späteren Module.

Spaßkonto

Eine mögliche, aber nicht notwendige Ergänzung ist ein Spa´ßkonto. Auf dieses Konto kannst du jeden Monat einen Gewissen Betrag überweisen, den du ohne weitere Hintergedanken benutzen kannst.

Damit steht dir immer eine Gewisse Menge Geld zur Verfügung, wenn du mal Abends unterwegs bist oder dir etwas außerplanmäßiges kaufen möchtest.

10 % sparen?

Oft lese ich von Sparmodellen, die von einer prozentualen Verteilung deiner Einnahmen auf verschiedene Konten ausgehen. Es wird suggeriert, dass der Erfolg nur von der richtigen Quote abhängig ist und du zum Beispiel jeden Monat direkt 10% deiner Einnahmen sparen solltest.

Allerdings kann ich solche Konzepte nicht nachvollziehen und würde dir raten, dich nicht daran zu orientieren. Jeder Mensch ist anders und so sind auch die Voraussetzungen, Gewohnheiten und Ziele verschieden. Nimm dir die Zeit, genau zu ermitteln, wie viel Geld du brauchst und behalte im Auge, was du dir leisten möchtest. Auf dieser Grundlage soll eine Kontenstruktur aufgebaut werden, die dich bei deinen Zielen unterstützt und dir nicht im Wege steht.

Bist du eher ein Typ für wenige Konten? Dann fokussiere dich auf das Wesentliche!

Minimale Kontenanzahl

Wenn du nicht so viele Konten eröffnen möchtest, verringere die Anzahl und nutze zum Beispiel in ein Einnahmen- und Fixkostenkonto, ein Konto für häusliche Ausgaben und ein Sparkonto, auf dem auch dein Notgroschen liegt. Damit kannst du den Überblick behalten und musst nicht für jede Kostenstelle ein eigenes Tagesgeldkonto führen.

Es gibt keine goldene Regel für die beste Verteilung. Am Ende solltest du mit deiner Lösung am besten zurechtkommen und kannst sie jederzeit modifizieren, solltest du doch mal den Überblick verlieren.

Kontenstruktur mit Partner

Lebst du mit deinem Partner zusammen, kann dir deine Kontenstruktur dabei helfen, die Kosten passend zu trennen. Die gemeinsamen Kosten können von Gemeinschaftkonten bezahlt werden, auf die jeder von euch seinen Anteil überweist. So werden die Fixkosten für Miete und gemeinsame Verträge sowie die Haushaltskosten fair auf beide Partner verteilt.

Darüber hinaus kann bei gemeinsamen Girokonten jeweils mit Karte bezahlt werden, wodurch die Haushaltsführung erheblich einfacher wird.

Verschiedene Banken

Eröffnest du deine Konten bei verschiedenen Banken, kannst du das Risiko verringern doch mal Geld zu nutzen, dass du eigentlich zum Sparen zurückgelegt hast.

Ganz nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ verteilt sich dein Geld auf den verschiedenen Konten/ Banken und wird nicht zweckentfremdet. Allerdings reicht in den meisten Fällen eine Aufteilung auf verschiedene Konten bei einer einzelnen Bank aus, um das Geld nicht „aus Versehen“ zu benutzen.

Einige Banken sind in der Kontenanzahl limitiert. Aus diesem Grund kann es notwendig sein, Konten bei verschiedenen Banken zu eröffnen. Informiere dich zuerst über das Angebot deiner Hausbank und suche dir ggf. eine neue oder eine weitere Bank, um deine Kontenstruktur umzusetzten.

Zusammenfassung

Mehrere Konten können deine Finanzen transparenter und übersichtlicher gestalten. Wir unterscheiden in Girokonten, von denen Transaktionen ausgeführt werden können und Tagesgeldkonten, die jeweils nur auf das zugehörige Girokonto überweisen können.

Je nach Belieben kann die Anzahl der Konten und Banken selbst bestimmt werden, sollte aber einem festen Konzept folgen, mit dem du möglichst gut zurechtkommst. Sollten ständig manuelle Umbuchungen anfallen, solltest du deine Kontenstruktur überdenken.

Vorgestellt wurde folgendes Modell:

  • 1. Einnahmenkonto
  • 2. Fixkostenkonto
  • 3. Haushaltskonto
  • 4. Notgroschenkonto
  • 5. beliebig viele Sparkonten

Das Einnahmenkonto und das Fixkostenkonto können ggf. zusammengelegt werden. Die Anzahl der Sparkonten ist abhängig von deiner Lebenssitutation und deinen Sparzielen. Das Geld zum Investieren wird am Anfang des Monats auf dein Depot überwiesen (das kann direkt von deinem Einnahmenkonto durchgeführt werden).

Richte dir der Einfachheit halber Dauerüberweisungen ein, die deine Geldflüsse regeln. Einmal eingerichtet läuft dein Finanzplan und du musst nur noch hin und wieder Modifikationen vornehmen.

Checkliste

  1. Nimm dir deine Finanzplanung aus dem ersten Modul zur Hand
  2. Mache dir einen Überblick über die Konten, die du benötigst
  3. Skizziere deine Kontenstruktur auf einem Zettel mit den jeweiligen Summen und Konten
  4. Suche dir entsprechende Banken für deine Girokonten und Haushaltsbücher
  5. Eröffne die passende Anzahl an Konten
  6. Lege deine Dauerüberweisungen fest

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Disclaimer

Auf Finanzideen wird die eigene Meinung des Autoren geteilt. Es handelt sich weder um eine Kaufempfehlung der genannten Produkte, noch um eine Anlageberatung

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