So findest du das richtige Depot

Wo solltest du dein Depot eröffnen? Wenn du die Börsenakademie bis zu diesem Punkt verfolgt hast, dann ist genau das die Frage, vor der du nun stehst. Fassen wir noch einmal zusammen, wie weit du inzwischen gekommen bist:

Zu Beginn hast du dir einen Überblick über deine Finanzen erarbeitet und Quoten für deine unterschiedlichen Ausgaben festgelegt. Auf dieser Grundlage hast du dir dein eigenes Kontenmodell entwickelt, mit dem du inzwischen arbeiten kannst. Jetzt wollen wir gemeinsam das richtige Depot für dich finden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Depot und wofür brauchst du es?

Ein Depot ist nichts anderes als ein Konto, über das du Wertpapiere handeln kannst. Für dieses Depot wird in den meisten Fällen ein eigenes Verrechnungskonto eröffnet. In einigen Fällen kann auch ein bestehendes Konto als Verrechnungskonto genutzt werden.

Von diesem Verrechnungskonto aus können Transaktionen auf andere Konten erfolgen. Eine Transaktion in deinem Depot selbst wird dabei immer in Rückgriff auf dieses Verrechnungskonto ausgeführt. Konkret heißt das für dich: Wenn du einen Kauf in deinem Depot ausführst, wird das Geld von dort abgebucht und würde bei einem Verkauf wieder gutgeschrieben.

Das Verrechnungskonto ist also die Schnittstelle zwischen deinem Girokonto und deinem Depot.

Broker pleite = Geld weg?

Was passiert denn, wenn dein Broker, also die Bank bei der du dein Depot eröffnet hast, Insolvenz anmeldet? Für dein Verrechnungskonto gelten in diesem Fall die gleichen gesetzlichen Vorgaben wie für ein Girokonto. Dein Geld ist folglich durch die Einlagensicherung bis mindestens 100.000 € abgesichert. Das Vermögen im Depot gilt als Sondervermögen und kann im Fall der Insolvenz einfach in ein anderes Depot transferiert werden.

Welche Voraussetzungen du erfüllen musst

Um selbst ein Depot eröffnen zu können, egal bei welcher Bank, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Spezielle Voraussetzungen, die dein Gehalt oder das Anlagevolumen betreffen, gibt es nicht.

Wesentliche Unterschiede

Grundsätzlich sollte man die Depots von Filialbanken getrennt von den Online- Depots betrachten. Im Regelfall sind die Kosten der Filialbanken wesentlich höher und oft sind die Transaktionen bzw. die genutzte Handelssoftware wesentlich unflexibler.

Ein Depot bei einer Onlinebank ist zumeist kostenlos. Das trifft auch auf die meisten der von mir vorgestellten Banken zu. Eine Ausnahme bildet Flatex mit einer Gebühr von 0,1% auf das Depotvolumen.

Zur Unterscheidung können folgende Kriterien herangezogen werden:

  • Transaktionsgebühren
  • Mindestrate im Sparplan
  • Sparplanfähige ETFs
  • Kostenlos besparbare ETFs

Depotvergleich

Mindestsparrate

Mindestsparrate 11.2020

Die Mindestsparrate liegt im Regelfall bei 50 € pro Monat, allerdings haben Banken wie Trade Rebublic, ING und der Smartbroker inzwischen ihr Angebot angepasst und ermöglichen schon ab 10 €, 1€ bzw. 25 € pro Monat einen Sparplan. Die ING sticht an dieser Stelle deutlich hervor, da hier quasi jeder Betrag gewählt werden kann.

Anzahl besparbarer ETFs

Vergleich 11.2020 ETF

Die Anzahl der sparplanfähigen ETFs ist schon wesentlich unterschiedlicher. Die meisten ETFs können bei Scalable Capital mit 1343, gefolgt von Flatex mit 1085 ETFs bespart werden. Onvista bildet mit 153 sparplanfähigen ETFs das Schlusslicht.

Auch bei den kostenlos besparbaren ETFs liegt Scalable Capital vorne. Bei Trade Rebublic sind sogar alle verfügbaren ETFs kostenlos besparbar. Allerdings ist das Angebot dementsprechend kleiner. Onvista hingegeb bietet keine kostenlos besparbaren ETFs an und sammelt auch an dieser Stelle einen Minuspunkt.

Gebühren

Gebühren ETFs und Broker 11.2020

Ein Depot mit fester Gebühr zahlt sich vor allem bei größeren Sparplänen aus, da die Kosten nicht wie bei anderen Anbietern prozentual mit der Summe steigen. Letzteres ist bei der Consorsbank und der Comdirekt der Fall, mit jeweils Kosten von 1,5 % der Sparplansumme. Schon ab einem Sparplan von 200 € sind die Kosten der Consorsbank und Comdirekt (3,00 €) höher als Flatex (etwa 2,00 €) und Onvista (1,00 €). 

Der Smartbroker nimmt zwar auch prozentuale Gebühren, allerdings lediglich 0,2 %. Damit fallen auf eine Sparplanausführung von 500 € monatlich nur 1 € Kosten an. Für kleine Sparraten fallen allerdings mindestens 0,80 € Gebühr an. Für einen Sparplan mit nur 25 € ist der Smartbroker folglich nicht geeignet.

Trade Republic ist wie bereits angesprochen in jedem Fall kostenlos, da keine ETFs mit Gebühren angeboten werden. Selbiges gilt auch für Scalable Capital, wenn nur ein ETF bespart wird. Neben den kostenlos besparbaren ETF kann ein weiterer ETF aus dem Angebot kostenlos bespart werden. Für weitere ETFs fallen dann jedoch 0,99 € je Ausführung an.

Depot eröffnen

Für welchen Broker du dich entscheidest, liegt ganz in deiner Hand. Berücksichtigen solltest du allerdings, dass du im Falle des Aktienhandels noch weitere Kriterien beachten musst (hier). Unser Fokus liegt bekanntlich auf einer passiven ETF- Strategie.

Hast du dich bereits entschieden? Für alle genannten Banken gibt es hier einen Werbelink. Benutze diesen zum Eröffnen deines Depots, wenn du mich unterstützen möchtest.

Zum Starten klicke auf einen Link und du gelangst zur Website der gewählten Bank. Hier musst du lediglich den Anweisungen folgen und die Dokumente ausfüllen. Das Ganze dauert etwa 5-10 Minuten. Lege dir am besten deine Steuer Id. Nummer bereit. Diese wirst du auf jeden Fall brauchen.

Abschließend musst du dich bei der Post oder über eine App identifizieren und die Unterlagen werden dir zugeschickt.

Fazit

Deine Aufgabe ist es nun, ein Depot bei der Bank deiner Wahl zu eröffnen. Gerne kannst du auch erstmal mehr als ein Depot eröffnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welches Interface dir am meisten zusagt.

Empfehlen kann ich zurzeit Scalable Capital, wenn du dich nur auf ETFs fokkusieren möchtest. Trade Rebublic ist ebenfalls interessant, wenn du zusätzlich noch Aktien handeln möchtest.

Ich selbst nutze hauptsächlich mein Depot bei der Consorsbank, da diese Zugang zu vielen weiteren Handelsplätzen ermöglicht und auch ein eigenes Giro- und Tagesgeldkonto im Angebot hat.

Von einem Depot bei Flatex würde ich dir im Moment abrate. Die Kosten von 0,1 % sind meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß und fallen vor allem bei großen Depots auf den Geldbeutet. Darüber hinaus gibt es auf dem Verrechnungskonto Negativzinsen von – 0,5 % im Jahr. Negativzinsen gibt es allerdings auch bei Banken wie der ING und werden wohl noch häufiger auftauchen. 

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Disclaimer

Auf Finanzideen wird die eigene Meinung des Autoren geteilt. Es handelt sich weder um eine Kaufempfehlung der genannten Produkte, noch um eine Anlageberatung. Die genannten Informationen erheben nicht den Anspruch auf Richtigkeit und sollten ggf. selbst bei den Banken überprüft werden, da sich die Angebote schnell ändern.

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