Jahresabschluss 2020 - 50% Rendite?

Zum Jahresabschluss 2020 werde ich die letzten zwölf Monate noch einmal kurz reflektieren und meine Ziele für das Jahr 2021 formulieren. Bevor es allerdings losgeht, möchte ich mich bei meinen Leserinnen und Lesern bedanken, die meine Beiträge verfolgen und mit mir interagieren. Ich freue mich über jeden Kommentar und jede Nachricht, die ich erhalte, vielen Dank für eure Unterstützung 🙂

Table of Contents

Das Depot

Beginnen wir erstmal mit dem aktuellen Stand meiner Investitionen. Begonnen habe ich das Jahr mit einer Cash-Quote von 100%. Mit dem Beginn der fallenden Kurse habe ich das Geld langsam wieder an die Börse gebracht und sowohl Einzelaktien als auch ETFs gekauft.

 

Zum Jahresabschluss (31.12.2020) liegt mein Depot bei 61.400 Euro. In Portfolio Perfomance wird mir dafür eine True Time Weighted Rate of Return von 50,05 % angegeben. Diese Entwicklung entspricht natürlich nicht meiner realen Rendite, da ich nicht zu jeder Zeit alles Geld investiert habe.

 

Meine reale Rendite liegt bei rund 22.000 Euro (brutto) oder 47%. Von diesen 22.000 Euro habe ich etwa 2/3 bereits realisiert und dementsprechend versteuert.

 

Vergleich mit Benchmark

In der obigen Grafik habe ich mein Portfolio (schwarz) gegen den NASDAQ (rot, zweite von oben), den S&P500 (gelb), dem mDAX (grün) und dem MSCI- World (auch rot) aufgetragen. Alle diese Indizes konnte ich in 2020 offenbar hinter mir lassen. Der Grund dafür ist natürlich ganz einfach: Wenn kaum Geld an der Börse ist, kann auch nichts nach unten fallen. Daher ist mein Depot nur unwesentlich abgesackt, während der Markt in den Keller rauschte. Von dem folgenden Wachstum konnte ich dann voll profitieren.

Ich möchte aber noch mal hervorheben, dass es sich hier um eine Momentaufnahme handelt. Den Markt in einem Jahr zu schlagen ist keine Kunst. In 10, 15 oder 25 Jahren den Markt zu schlagen, ist fast unmöglich. Daher warte ich lieber noch ein paar Jahre mit dem auf die Schulter klopfen.

Aktuelle Positionen

Das Auge fällt zuerst auf die größten Werte im Depot. Dort sehen wir NIU, Embracer Group, Encavis und Foley. NIU habe ich noch kurz vor Ende des Jahres nachgekauft. Wenige Stunden später wurde eine Order (wohl schon älter und in Vergessenheit geraten) ausgelöst. Damit habe ich mehr Aktien gekauft, als ich es ursprünglich wollte. Wie viele andere chinesische Aktien leidet auch NIU permanent unter den allgemeinen Spannungen und der Angst eines Delistings an der amerikanischen Börse. Dennoch halte ich weiterhin an diesem Unternehmen fest und baue auf starke Verkaufszahlen in 2021.

 

Die Embracer Group und Encavis haben sich in den letzten Wochen sehr gut entwickelt und sich damit weit vorne in meinem Portfolio platziert. Beide agieren in Sektoren, die momentan sehr gefragt sind (die Embracer Group im Gaming Sektor und Encavis im Sektor der „grünen“ Energie). Daher erwarte ich auch für 2021 eine stabile Entwicklung.

 

Bei Foley handelt es sich um ein SPAC. Diese Art von Aktien habe ich in den letzten Depotupdates bereits mehrfach angesprochen und werde dazu demnächst noch gesonderte Beiträge veröffentlichen. Weitere SPACs in meinem Portfolio sind Churchill und CF FN. Auch diese werden noch im Detail erklärt. 

 

Rechts siehst du viele kleine Positionen. Das sind meine Sparpläne. Jeden Monat investiere ich jeweils 50 Euro in verschiedene Aktien wie in SAP, Infineon, die Rational AG oder ganz frisch auch in Tesla. Über einige Positionen habe ich im September bereits einen Beitrag veröffentlicht, den findest du hier. Auch meine Sparpläne laufen erst seit Anfang/Mitte 2020. Vor allem Qualcomm, Rational und Infineon konnten exzellent abschneiden. SAP ist hingegen stark gefallen, hier kann ich nun zu günstigen Kursen kaufen.

 

Hier der aktuelle Stand meiner Sparpläne (ausgenommen der MSCI- World, MSCI EM- ETFs):

Dividenden

In Summe habe ich 157,2 EUR Dividenden in 2020 erhalten. Ich erspare es mir an dieser Stelle eine genaue Auflistung aller Dividendenzahler zu ergänzen, da es sich offensichtlich nicht lohnt. Auch Weiterhin ist es nicht mein Ziel ein dividendenstarkes Depot aufzubauen. Ich selbst habe mehr Spaß an Wachstumswerten und stelle die Dividende nach hinten. Vielleicht ändere ich meine Meinung irgendwann, wenn mein Depot entsprechend größer ist und ich mein Risiko verringern möchte. 

Reflektion

Anfang des Jahres stellte ich mir das Ziel von 50.000 Euro. Eine aus damaliger Sicht kaum zu überwindende Hürde, die für mich noch in unerreichbarer Ferne lag. Mit den Monaten wuchs das Depot immer weiter und immer schneller und aus 30.000 Euro wurden erst 40.000 Euro, dann 50.000 Euro und nun sogar über 60.000 Euro.

 

Damit bin ich ein gutes Stück über mein Ziel hinaus geschossen und kann auf jeden Fall einen grünen Haken auf meiner Liste ergänzen.

 

Rückblickend bin ich mit meiner Arbeit dieses Jahr sehr zufrieden. Das Depot ist stark gewachsen und ich habe an der Börse einiges dazu gelernt. Dennoch gibt es die ein oder andere Stelle, die für das nächste Jahr einen Schliff benötigt. Zum Beispiel werde ich das Kaufen kleiner Positionen (< 1.500 EUR) möglichst einstellen und nur noch größere Positionen aufbauen.

 

Dadurch möchte ich mir selbst Arbeit ersparen und meine Transaktionskosten senken. Immerhin hatte ich über 100 Buchungen, die leider auch ein wenig ins Geld gegangen sind.

Realitätsverlust?

Mir ist aufgefallen, dass ich den Wert meines Depots im täglichen Umgang leider sehr schnell vergesse. Öffne ich die App auf meinem Handy, sehe ich eine schwarze Zahl. Manchmal ist sie größer, manchmal auch kleiner. Daran, das ich hier mit einem großen Haufen Geld handle, über den nur die wenigsten 22-jährigen verfügen, denke ich selten. Manchmal schiebe ich mehrere Tausend Euro an einem Tag durch die Gegend, habe aber einen Sparplan für meinen Semesterbeitrag. Ich denke, so wird es den meisten gehen, die in ihrem Depot ein Vielfaches ihres Jahresüberschusses verwalten. Weißt du, was ich meine? 

Ziele 2021

Normalerweise bin ich kein großer Freund von Neujahresvorsätzen, da sie in den meisten Fällen grundsätzliche Verhaltensänderungen erfordern und ein Problem praktischerweise auf den Anfang des nächsten Jahres verschieben. Wenn ich etwas ändern möchte, mache ich es direkt und nicht erst zum Jahresanfang. 

 

Allerdings arbeite ich sehr gerne mit Zielen und Zwischenzielen, um mein Vorgehen zu strukturieren und ich mich dadurch auf die wirklich wichtigen Arbeiten fokussieren kann. Diese Ziele werde ich dieses Jahr auf einem Zettel notieren und so platzieren, dass ich sie regelmäßig sehe und prüfen kann, wie weit ich bereits mit der Erfüllung vorangeschritten bin, oder welche konkreten Schritte ich noch ergänzen muss. 

 

Jetzt geht’s ans Eingemachte, was nehme ich mir für das Jahr 2020 vor? An erster Stelle möchte ich meinen Depotwert auf 80.000 Euro steigern. Meine Einzahlungen werden wohl kleiner ausfallen. Als Student und ohne Arbeit investiere ich nicht einen Teil von meinem Gehalt, sondern zum Beispiel die Einnahmen von diesem Blog und anderen Nebengewerben. Dieses Geld finanziert mir aber auch meinen Urlaub, meine Anschaffungen und alles andere, was ich mir leisten möchte. Vor allem muss ich meinen Bargeldpuffer dringend wieder auffüllen, da dieser durch eine exorbitant hohe Nebenkostennachzahlung und das allgemeine Weihnachtsgeschehen um 1.500 Euro verringert wurde. 

 

Mein Ziel sind daher vorläufig weitere 5.000 Euro in 2021, die frisch investiert werden. Das sind ca. 420 Euro pro Monat. Wenn meine Einnahmen nicht plötzlich explodieren, sollte ich dort auch ungefähr landen können. 

Private Ziele & Blog

Ab Sommer (Semesterende) werde ich einen gesonderten Fokus auf die Vorbereitung des Staatsexamens legen müssen. Damit wird auch meine Aktivität auf diesem Blog und auf Instagram geringer ausfallen. Dennoch möchte ich einen Beitrag pro Woche auf dem Blog und min. zwei Beiträge pro Woche auf Instagram veröffentlichen. 

 

Um dies zu realisieren, muss ich meine Tage ein wenig effizienter strukturieren. Im Zuge der Online- Uni fällt es mir schwer eine funktionierende Struktur zu etablieren. Der größte Störfaktor ist dabei Instagram bzw. mein Handy. Auch ganz oben dabei ist mein Depot, das ich ca. zweimal pro Stunde öffne. Ich meine, wer kennt es nicht, eben noch mal schnell einen Kurs checken und schon hängst du bei den aktuellen Tops und Flops fest oder betrachtest skeptisch jeden Wert in deiner Watchlist. 

 

Als erste Instanz habe ich inzwischen Arbeitszeiten, in denen ich mein Handy grundsätzlich nicht mehr benutze. Jede Sequenz hat 60 Minuten und erhält ein konkretes Ziel. Zwischen zwei Sequenzen kann ich dann beliebigen anderen Tätigkeiten nachgehen. Eigentlich möchte ich 10 Sequenzen pro Tag etablieren, das hat heute aber noch nicht so gut geklappt. 

 

Zusätzlich möchte ich in den nächsten Monaten sämtliche alte Beiträge in das neue Format (in diesem Beitrag bereits verwendet) bringen. Das ist zwar ein wenig zeitaufwendig, aber notwendig. Leider funktioniert mein altes Menü nicht mehr richtig und ich kann das Theme nicht passend umstellen. Daher wird die Menüleiste in den Beiträgen jetzt durch Elementor erzeugt. Also muss auch jeder Beitrag einzeln in einen Elementor- Beitrag umgewandelt werden.

Strategie 2021

Wie bisher werde ich mich 2021 vor allem auf Wachstumswerte konzentrieren und bestehende Positionen ausbauen oder auflösen. Ich halte es lieber überschaubar in meinem Depot und möchte mich von kleinen Positionen verabschieden. Damit soll auch die Frequenz meiner Transaktionen verringert werden. Kleine Spekulationskäufe von 500 Euro Anteilen werden also wegfallen. 

 

Auch im Bereich der SPACs werde ich stärker investieren, aber mit einem Limit von 10.000 EUR zur gleichen Zeit. Mehr würde mein Risikomanagement und meine Nerven nicht verkraften. In den nächsten Wochen wird es dazu detaillierte Beiträge geben, in denen ich das gesamte Thema noch einmal aufarbeite und meine Investitionen erkläre.  

Wie lief dein Jahr und hast du dir Ziele für das neue Jahr gesetzt?

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